Jubiläum in Remscheid Sekundarschule feiert ihr 10. Jubiläum

Remscheid · Viel Praxisbezug, eine enge Betreuung sowie die Selbstverwirklichung der Schüler sind die Grundsätze der Nelson-Mandela-Schule. Jetzt feiert die jüngste Schule der Stadt ihr zehnjähriges Bestehen.

 Die Nelson-Mandela-Schule feiert ihr 10-jähriges Bestehen. Hier zu sehen: Sozialdezernent Thomas Neuhaus und Schulleiterin Heike Wiegand.

Die Nelson-Mandela-Schule feiert ihr 10-jähriges Bestehen. Hier zu sehen: Sozialdezernent Thomas Neuhaus und Schulleiterin Heike Wiegand.

Foto: Jürgen Moll

Sie ist die jüngste Schule Remscheids, und doch hat die Nelson-Mandela-Schule im Rosenhügel mittlerweile zehn Jahre auf dem Buckel. Was die einzige Sekundarschule der Stadt geprägt hat und wohin die Reise noch gehen soll, erzählten Schulleiterin Heike Wiegand sowie Mathias Heidtmann, der die schulische Öffentlichkeitsarbeit führt.

Seit der Gründung vor zehn Jahren mit drei fünften Klassen und „einer Handvoll Lehrkräfte“, wie Wiegand es nannte, ist die Schule auf 470 Schülerinnen und Schüler angewachsen. Lehrkräfte gebe es mittlerweile immerhin rund 50 an der Bildungseinrichtung.

Doch so präsent wie die meisten anderen Schulen im Stadtgebiet sei die Einrichtung am Rosenhügel noch nicht. „Man muss dazu auch sagen, zehn Jahre sind vergleichsweise wenig Zeit“, warf Sozialdezernent Thomas Neuhaus ein, der ebenfalls an der Pressekonferenz teilnahm: „Die anderen Schulen hatten natürlich mehr Zeit, um Bekanntheit zu erlangen.“ Deshalb sei es umso wichtiger, dass die Nelson-Mandela-Schule sich der Öffentlichkeit präsentiere und fleißig Werbung mache.

Die vergleichsweise geringe Bekanntheit unter den Remscheider Eltern zeige sich auch in der Annahme-Quote von neuen Schülern, so Wiegand: „Wir konnten bisher jeden annehmen, der auf unsere Schule kommen wollte.“ Viele der Kinder, die angenommen werden, hätten die Schule am Rosenhügel als Zweitwunsch angegeben und seien bei ihrer Wunschschule abgelehnt worden, führte Wiegand aus.

Dabei unterhält die Sekundarschule ein spannendes Konzept, das sie der Schulleiterin zufolge von vergleichbaren Einrichtungen auf dem Stadtgebiet unterscheide: „Für uns ist Teilhabe und die Selbstverwirklichung der Schüler enorm wichtig“, sagte sie. Hier liege der Fokus nicht darauf, einfach nur Wissen zu vermitteln, das in der Praxis kaum Anwendung findet. „Wir pflegen eine sehr intensive Beziehungsarbeit. Für Kinder und Eltern, für die das vorrangig wichtig ist, sind wir die richtige Schule“, erläuterte Wiegand. Obwohl die jungen Menschen auch an der Sekundarschule Leistungen erbringen müssten, versuche das Lehrerkollegium den Druck weitestgehend von den Schülern fernzuhalten: „Wir wollen den Kindern stattdessen helfen, ihren eigenen Weg zu finden in einer ungewissen und komplexen Welt.“ Besonders wichtig sei den Beteiligten deshalb auch, den Kindern so lange wie möglich alle Optionen und Bildungswege offen zu halten, betonte Heidtmann: „Wir wissen von Ehemaligen, die das Abi gemacht haben, die heute studieren oder auch eine Ausbildung gemacht haben.“ Die individuelle intensive Betreuung zeige sich auch in den Laufbahnen von Schülern, von denen man es erst nicht erwartet habe, erläuterte er: „Ein ehemaliger Schüler ist mit einem Förderbedarf zu uns gekommen, hat hier tolle Leistungen erbracht und macht mittlerweile das Abitur.“

Intern feiere man das Jubiläum bereits seit Schuljahresbeginn, sagte Wiegand, etwa in einer Projektwoche, in der die Schülerinnen und Schüler unter anderem den Schulhof verschönert hatten. Die gesamten Feierlichkeiten gipfelten in einem Schulfest im Mai, an dem sich die Sekundarschüler etwa als Moderatoren beteiligten.

Für die Zukunft plane man etwa ein Sozialtraining für die jungen Menschen, das sich mit Kinderrechten und Sozialverhalten beschäftige sowie die Teilnahme an dem Gesundheitsprogramm „Fit for Future“. „Dabei geht es nicht nur um körperliche Gesundheit, sondern auch psychische Gesundheit, Ernährung oder auch Suchtprävention“, erklärte Wiegand. Auch ein Spendenlauf, dessen Erlöse für Aktionen gegen den Welthunger eingesetzt werden sollen, finde am 20. September auf dem Sportplatz Struck statt.

Ob die Schule in Zukunft wachse, stehe derzeit noch nicht fest, sagte Neuhaus. Das hänge von der kommenden Schulplanung ab, erläuterte er. Jedoch betonte er auch: „Dass der Bedarf an Schulraum wächst, ist kein Geheimnis und dass das auch diese Schule betrifft, ist nicht auszuschließen.“

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