Remscheid: Nächste Runde im Weihnachtsgeschäft

Verhaltener Start : Nächste Runde im Weihnachtsgeschäft

Nach dem Fest beginnt die Welle der Umtäusche und der Einlösung von Gutscheinen. Der Start war aber verhalten.

Das Weihnachtsgeschäft geht weiter: Nach der Bescherung steht – so die Annahme – die große Umtauschschlacht an. Auch verschenkte Gutscheine werden eingelöst. Im Allee Center füllten sich am Tag nach Weihnachten erneut die Geschäfte. Allerdings entspannter, als noch am letzten Adventswochenende – mit Muße für eine ausgiebigere Beratung.

Gemütlich ging es am ersten verkaufsoffenen Tag nach Heiligabend und Weihnachten zu. Im Einkaufstempel schlenderten zahlreiche Passanten, mit und ohne Einkaufstüten. Vergangen sind die Tage voller Hektik, auf der Suche nach dem passenden Präsent. Die einen nutzten den Tag offenkundig, um nach den Feiertagen mit der Familie bummeln zu gehen, andere tatsächlich, um Geschenke umzutauschen oder einzulösen.

In Parfümerien und bei Juwelieren war zu beobachten, wie Mitarbeiter mit Kunden in längere Gespräche eintauchten, diverse Produkte aus den Regalen und Schubladen holten und sich genügend Zeit für eine umfassende Beratung nahmen. Die einen hatten Gutscheine dabei, andere nutzten Geldgeschenke der Verwandten, um sich das passende Präsent selbst zu besorgen. Von einer großen Umtausch-Welle konnte Michael Vieth, Filialleiter von Juwelier Christ im Allee Center nicht berichten. Obwohl sich all seine Mitarbeiter in Kundengesprächen befanden und weitere Kunden warteten, beurteilte er die Resonanz um die Mittagszeit als ruhigen Geschäftstag. „Es ist ja noch früh, am Nachmittag kommen sicherlich mehr. Aber im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist es deutlich ruhiger.“ Einen Grund dafür, sah der Juwelier bereits in der Vorbereitung der Kunden: „Sie haben in diesem Jahr viel gezielter eingekauft, kamen teilweise vorbereitet, mit dem entsprechenden Bild des Schmucks auf dem Handy.“ Auch wenn bei ihm der ein oder andere Gutschein über die Ladentheke ging: „Die meisten haben doch gleich den Schmuck gekauft.“

Saturn-Geschäftsführer Günter Mäueler äußerte sich am Donnerstagvormittag sichtlich entspannt: „Dass nach Weihnachten eine große Umtausch-Welle ausbricht, ist ein Trugschluss“, sagte Mäueler. Tatsächlich werde es immer weniger. „Eigentlich gibt es mehr Kunden, die ihre Gutscheine jetzt einsetzen. Manche werden sich aber noch bis in den Januar hinein Zeit damit lassen. Es kommen ja noch einige Aktionen.“ Durch den Black-Friday-Aktionstag, an dem zahlreiche Unternehmen mit stark reduzierten Angeboten locken, sei das Weihnachtsgeschäft im Elektrofachgeschäft bereits im November gestartet: „Spielekonsolen, TV-Geräte, Computer und Tonträger waren auch in diesem Jahr wieder beliebte Weihnachtsgeschenke.“

Die Geschenke, die mit Abstand am häufigsten umgetauscht werden, sind erfahrungsgemäß Kleidungsstücke, weil sie entweder nicht gefallen oder – was häufiger der Fall ist – nicht passen. „Für einen Umtausch ist es wahrscheinlich noch zu früh“, bemerkte Filo Camo, Assistent-Managerin der Herrenbekleidungskette „WE Fashion“. Auch sie habe bemerkt, dass die Kunden in diesem Jahr viel gezielter eingekauft hätten. Trotzdem käme es immer wieder vor, dass der auserwählte Pulli oder das klassische Hemd nicht passen: „Für uns läuft das Weihnachtsgeschäft deshalb noch bis zum 5. Januar, danach wird es erfahrungsgemäß ruhiger.“

Auf eine zweite Welle hofft auch Gudrun Heeg, Filialleiterin der Buchhandlung Thalia: „Zwischen den Jahren wird immer noch viel eingekauft“, weiß die Filialleiterin. Statt Gutscheine wurden in diesem Jahr sehr viele Artikel erworben. „Ein schönes gebundenes Buch ist ein beliebtes Geschenk.“ Dabei verließen sich die Remscheider Kunden sehr häufig auf Empfehlungen der Mitarbeiter oder orientierten sich an den Bestseller-Listen. Dennoch werden bei Thalia noch einige Gutscheine eingelöst werden. „Viele verschenken ja gerne die Center-Gutscheine, da haben die Beschenkten mehr Auswahl.“

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