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Remscheid: Nach DOC-Aus ist jeder Vorschlag willkommen

Ansichtssache : Momentan ist jeder Vorschlag willkommen

An Unterstützern für einen Neustart in Lennep nach der DOC-Pleite mangelt es nicht. Nun muss der Prozess sinnvoll gesteuert werden.

Einer regt einen Bouleplatz an, der nächste einen Stellplatz für Wohnmobile. Die Vorsitzenden des Naturschutzbeirates streben in einer Resolution ein „apart gemischtes Stadtquartier“ an, in dem sich fast alle Ziele der Nachhaltigskeitstrategie der Stadt wie unter dem Brennglass verwirklichen lassen. Effekt: Die Knusthöhe wäre damit als Bauland aus dem Rennen. Geht es nach dem Willen der Ratsgruppe Pro Remscheid, entsteht in Lennep eine Mehrzweckhalle, in welcher der Handball-Bundesligist Bergische HC künftig seine Heimspiele austragen kann.

Das endgültige Aus für die DOC-Pläne hat nach einer kurzen Phase des Innehaltens die Phantasie in Bürgerschaft und der Politik beflügelt. Und während FDP-Fraktionschef Sven Chudzinski in der Ratssitzung am Donnerstag erfreulich offen einräumte, dass es keinen Plan B bei Stadt und Ratsmehrheit gab, haben sich die Industrie- und Handelskammer und die Lenneper Vereine bereits zu Gesprächen im Rathaus angemeldet, bei denen sie ihre Visionen für die Flächen unmittelbar neben dem historischen Stadtkern vorstellen wollen.

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  • HENNING
RÖSER
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Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ist diplomatisch genug, um in dieser Phase (fast) keinen Vorschlag von vornherein auszuschließen. Nach dem Tiefschlag von Leipzig ist jeder, der nach vorne schauen und nicht in den DOC-Wunden stochern will, willkommen. Darum hat der OB die durchaus unterschiedlichen politischen Anträge zur Zukunft der DOC-Flächen in der ersten Ratssitzung des Jahres auch nicht zur Abstimmung kommen lassen. Auch die Zusicherung, die Bürgerschaft über Beteiligungsformate in den Findungs-Prozess einzubinden, ist angesichts der nicht enden wollenden Kritik, dass die Lenneper beim Designer Outlet-Center nicht mitgenommen wurden, politisch folgerichtig.

An der Komplexität der in den kommenden Wochen anstehenden Aufgabe für den OB und seine Planer im Rathaus ändert das alles aber nichts. Die Messlatte für das DOC-Nachfolgeprojekt liegt hoch, auch wenn man keinen 1:1-Ersatz erwartet. Ohne einen neuen Investor etwa müsste der Rahmen für die Planungen deutlich kleiner gehalten werden. Diese und andere wichtige Eckdaten sollten möglichst bald auf dem Tisch liegen. Dann kann die vorhandene Lust am Mitgestalten besser im Sinne der Stadt genutzt werden.