Remscheid: Moschee soll im Oktober eröffnen

Stadtentwicklung in Remscheid: Moschee soll im Oktober eröffnen

Alle Bauarbeiten an der Weststraße sollen in diesem Jahr abgeschlossen sein. Die Ditib-Gemeinde will einen neuen Förderantrag stellen. Die Stadt hilft dabei. Bisher fehlte dem Bauherrn das notwendige Eigenkapital.

Zwei Container mit Fliesen, Teppichen und Schuhschränken bringt ein Schiff aus Istanbul nach Hamburg. In den nächsten Tagen soll die Ware in der Weststraße, dem Standort der Remscheider Moschee, eintreffen. „Der Transport mit dem Schiff ist preiswerter als mit dem Lkw“, sagt Metin Göcer, Vorsitzender der Ditib-Gemeinde Remscheid. Tausend Euro etwa. Das ist viel Geld für einen Bauherrn, der immer wieder Schwierigkeiten hat, das sechs Millionen Euro teure Projekt fertigzustellen.

Trotz Geldmangels, Göcer gibt sich optimistisch, dass am 3. Oktober die offizielle Eröffnung der Moschee stattfindet. Sowohl die Innenräume wie auch die Außenanlage mit Vorhof und Innenhof sollen hergerichtet sein. Zurzeit sehen beide Außenbereiche aus wie eine Schutthalde.

Was auch Bezirksbürgermeister Otto Mähler nicht gefällt. „Das muss sich ändern“, sagte er am Freitag bei einem Treffen mit Göcer. Mähler zählt zu den Befürwortern der Moschee. Er hofft, dass der Verein mit einem neuen Antrag für Fördergelder bei der Bezirksregierung Düsseldorf Erfolg hat. Es geht um einen Betrag von etwa 120.000 Euro. Aber noch ist nichts in trockenen Tüchern.

Baudezernent Peter Heinze hat mit der Bezirksregierung bereits Kontakt aufgenommen. „Grundsätzlich ist es möglich, einen neuen Antrag zu stellen“, sagt Heinze. Der Ditib-Verein hatte Fördergelder verstreichen lassen, weil er nicht in der Lage war, die erforderlichen 20 Prozent an Eigenmitteln aufzubringen. „Wir unterstützen die türkische Gemeinde“, sagt Heinze. Aber das funktioniere nicht mit einem Schnippen, sondern bedarf eines ordentlichen Prüfverfahrens.

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Die Fördermittel sollen für den Außenbereich eingesetzt werden. Die Fläche zur Weststraße hin soll gepflastert, bepflanzt und mit Bänken versehen werden. Damit will der Vorstand ein Zeichen setzen, dass alle sehen können, es geht weiter. Ein ansprechend gestalteter Außenbereich werde – so hofft Göcer – weitere muslimische Bürger ermuntern, auch für den Innenhof zu spenden. Er soll ein Treffpunkt sein können für alle Remscheider, unabhängig ihres Glaubens. „Das ist ein Gotteshaus und steht für alle offen“, sagt der Vorsitzende.

Unterstützung für den Bau bekommt die muslimische Gemeinde auch von der Ditib-Moschee in Köln. Und den Imam, der an der Weststraße jeden Freitag das Gebet leitet und unter anderem junge Türkinnen und Türken mit den Botschaften und Gebräuchen des Islams vertraut machen soll, schickt die türkische Regierung aus Ankara. „Darauf haben wir keinen Einfluss“, sagt Göcer. Die Gemeinde könne nur den Wunsch äußern, dass der Imam möglichst der deutschen Sprache mächtig sei und sich in der Jugendarbeit auskennt.

Der Rohbau wurde bereits während des Ramadan genutzt. An den 30 Fastentagen versammeln sich dort nach Sonnenuntergang die Gläubigen. Auch in diesem Jahr wieder. Otto Mähler hat bereits angemeldet, dass er im November die Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Innenstadt in der Moschee abhalten will.

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