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Remscheid: Mit Wasserspendern Klima verbessern

Remscheider Innenstadt : Mit Wasserspendern Klima verbessern

Demonstranten der Fridays-for-Future-Bewegung übergaben dem OB einen Katalog mit konkreten Forderungen.

Nina Hoffmann, Schüler der 11. Klasse des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums, zählte zu den Mädchen, die gestern zum zweiten Mal vor dem Rathaus an einer Fridays-for-Future-Demonstration teilgenommen haben. Im Vergleich zum ersten Mal kamen deutlich weniger junge Menschen, um ihre Forderungen nach konsequenten Maßnahmen für eine nachhaltige Klimaschutzpolitik zu artikulieren. Hoffmann begrüßt es, dass die Schüler nun eine Stimme haben. „Wir haben die Möglichkeit, uns zu zeigen und zu sagen, was wir denken“, sagte die GBG-Schülerin. Sie habe aber auch gemerkt, dass sich innerhalb der Schülerschaft zeige, wer es ernst meint, und wer nur demonstriert, weil es im Trend liegt.

Ein Gruppe aus Schülersprechern und Mitgliedern des Jugendrates wollte es nicht nur bei wohlklingenden Worten belassen wie „Gemeinsamkeit“, „Veränderung“, „auf den Einzelnen kommt es an“ oder „es gibt keinen zweiten Planeten“. Sie überreichten OB Burkhard Mast-Weisz einen umfangreichen Katalog mit Forderungen, wie die Kommune für besseren Klimaschutz sorgen soll. „Remscheid hat die erste Fridays-for-Future-Bewegung mit konkreten Maßnahmen“, sagte Daniel Pilz vom Röntgen-Gymnasium. Die Schülervertreter forderten den Rat der Stadt auf, dafür zu sorgen, dass an jeder Schule Wasserspender installiert werden. Dies sei ein Beitrag, um die Zahl der Plastikflaschen zu reduzieren.

Außerdem soll jeder Schüler zu Beginn seiner Schulzeit eine hochwertige Mehr-Weg-Trinkflasche erhalten. Alle öffentlichen Gebäude sollen mit Ökostrom betrieben werden. Das sei zwar etwas teurer. Aber mit zertifiziertem Ökostrom könne die Emission von knapp 4700 Tonnen Kohlendioxid vermieden werden. Nach den Vorstellungen der Jugendlichen sollen auf den Schulhöfen mehr Grünflächen entstehen. Das schaffe mehr Lebensräume für die Insekten und biete zugleich den Schülern mehr Aufenthaltsqualität. Bei der Neugestaltung des Schulhofs des Röntgen-Gymnasiums könnte mit der Umsetzung begonnen werden. Zudem steht eine Mülltrennung an allen Schulen im Maßnahmenkatalog. Auch bei der Verpflegung an den Schulen soll sich etwas ändern. In den Schulmensen, Kiosken, Bistros sowie beim Mittagessen der Offenen Ganztagsbetreuung sollen nur regionale und saisonale Lebensmittel aus biologischem Anbau verarbeitet werden. An einem Tag in der Woche soll es einen „Veggie-Day“ geben, an dem ausschließlich vegetarisches Essen angeboten wird. Die Schüler sollten sich verpflichten, nicht mehr vom „Eltern-Taxi“ gebracht zu werden. Damit das Thema „Klimaschutz“ nicht mehr von der Tagesordnung verschwindet, soll jährlich eine „autofreie“ Ratssitzung stattfinden. „Wir wollen, dass Remscheid eine nachhaltige Stadt wird. Bei der Veränderung wollen wir auf alle Menschen Rücksicht nehmen“, betonte Daniel Pilz.

In einem Schlusswort appellierte Vijiythan Sithiravelauthapillai (GBG) an die Demonstranten, in ihrem Alltag darauf zu achten, sich klimafreundlich zu verhalten. Einige der Schüler fahren am kommenden Freitag zur Demonstration in Düsseldorf. Nina Hoffmann will auch dabei sein.