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Remscheid: Mit Orthopädietechnik richtig im Tritt bleiben

Wirtschaft in Remscheid : Mit Orthopädietechnik richtig im Tritt bleiben

Seit zwölf Jahren betreibt Ilka Buchholz ihre Orthopädietechnik-Werkstatt in Engelsburg. Gerade beim Sport kommt es auf passende Einlagen an.

Die Gegend rund um die kleine Hofschaft Engelsburg zwischen Lennep und Bergisch Born ist geradezu ideal für Outdoor-Sport. Sanfte Hügel und eine schöne Landschaft – wer trotz der in der Corona-Krise geschlossenen Fitnessstudios etwas für Ausdauer und Gesundheit tun will, ist hier genau richtig. Wobei gerade Läufer und Walker vor den ersten Runden vielleicht noch einen Abstecher zu Ilka Buchholz machen sollten, die seit zwölf Jahren in Engelsburg eine Werkstatt für Orthopädietechnik betreibt.

„Die richtige Einlage in Schuhen ist entscheidend“, sagt die gebürtige Remscheiderin, die als Orthopädietechnik-Meisterin mit ihrem Unternehmen „Innoped“ dafür sorgt, dass ihre Patientinnen und Patienten auch bei Belastungen nicht aus dem Tritt geraten. Denn tatsächlich kommt es nicht allein beim Sport und in der Freizeit, sondern auch im beruflichen Alltag sowie bei Menschen mit Fußproblemen wie zum Beispiel Spreizfüßen und auch bei Kindern auf einen „runden Gang“ an.

Dabei spielt vor allem die genaue Untersuchung der Füße im Vorfeld eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund verfügt Ilka Buchholz in ihrer Werkstatt über ein umfangreiches technisches Equipment, das wiederum hilft, eine passgenaue individuelle Lösung für alle Kunden zu finden.

So tritt zunächst jeder Patient bei „Innoped“ zu einer sogenannten Fußvermessung an. Das hat den Hintergrund, dass die Druckspitzen, also jene Fußbereiche, die beim Gehen und Laufen besonderen Belastungen ausgesetzt sind, exakt bestimmt werden können. Dabei werden die Daten, die der Patient beim Auftreten hinterlässt, auf einem Computerbildschirm farblich sichtbar gemacht und der Abdruck mittels eines Beamers später auf die Einlage projiziert, die dann nach den ermittelten Vorgaben hergestellt werden kann.

Was allerdings nicht bedeutet, dass das Procedere damit bereits abgeschlossen wäre. Denn bevor die Patienten ihre neuen Schuheinlagen im Alltag nutzen, werden die Vorlagen mit Hilfe einer Fräßtechnik dem Fuß und den Schuhen der Patienten angepasst. „Die Sportler gehen zusätzlich zu der Fußdruckmessung auf ein Laufband“, sagt Orthopädietechnik-Meisterin Ilka Buchholz, die anschließend den Feinschliff an den individuellen „Geh- und Laufhilfen“ vornimmt.

Dafür werden vom Laufen auf dem Laufband Videoaufnahmen angefertigt, die es ermöglichen, mit Hilfe einer speziellen Software das exakte Laufverhalten des Patienten sichtbar zu machen.

Die Patienten kommen oftmals durch Empfehlung und Mundpropaganda zu Ilka Buchholz. Aber es kommen auch Kunden zu „Innoped“, die vorher nicht bei einem Mediziner waren, sondern sich auf eigene Initiative Einlagen für bestimmte Aktivitäten anfertigen lassen wollen. Darüber hinaus kooperiert „Innoped“ mit Sportgeschäften, Fitnessstudios, Sportvereinen, Kindergärten und Schulen. „Wichtig ist, dass die Einlagen dem jeweiligen Verwendungszweck entsprechend angepasst werden“, berichtet die Orthopädietechnik-Meisterin. Das bedeutet, dass ein und derselbe Fuß bei Sport, Arbeit oder Alltag ganz verschiedenen Belastungen ausgesetzt sein kann – und dementsprechend spezifische Einlagen aus unterschiedlichen Materialien benötigt.

Die von Ilka Buchholz hergestellten Einlagen kosten im Normalfall zwischen 120 und 130 Euro. Liegt ein ärztliches Rezept vor, müssen die Patienten indes lediglich eine Rezeptgebühr und Zuzahlung leisten. Dafür erhalten die Kunden, die vor allem aus Remscheid, Wermelskirchen und Hückeswagen in die Werkstatt in Engelsburg kommen, ein qualitativ sehr hochwertiges Produkt. Bei Kindern, die sich noch in der Wachstumsphase befinden, müssen die Einlagen, wie die Schuhe selbst, naturgemäß natürlich ersetzt werden.

„Was bei allen Einlagen wichtig ist: Tragen Sie passende Schuhe, die groß genug sind, und nehmen Sie die Einlagen beim Schuhkauf mit“, sagt Ilka Buchholz. Ihr ist es wichtig, dass die Patienten so früh wie möglich ein Gefühl für die eigenen Füße entwickeln – und das im wahrsten Wortsinn. So hat die Remscheiderin neben ihrer Werkstatt einen sogenannten Barfuß-Pfad, auf dem ein möglichst natürliches Geh- und Lauferlebnis vermittelt und die Bedeutung gesunder Füße deutlich wird. Ilka Buchholz: „Die Füße tragen uns schließlich durch das gesamte Leben.“