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Remscheid: Mildere Strafe für 70-jährigen Zündler

Remscheider vor Gericht : Mildere Strafe für 70-jährigen Zündler

Die Strafe sei viel zu hoch! Mit dieser Behauptung ging ein 70-jähriger Remscheider ein weiteres Mal in die Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts.

Dort war er zuletzt zusammen mit einem jüngeren Komplizen wegen der Serie von Heuballenbränden in Bergisch Born im Sommer 2017 verantwortlich gemacht und verurteilt worden. Es waren Bilder aus einer Wildkamera, die ihn verdächtig gemacht hatten und ein seltenes Auto, das Spaziergängern aufgefallen war. Wohl mehr aus Langeweile zündelten sie nachts mit Grillanzündern und verursachten Schäden in fünfstelliger Höhe.

Es gab damals eine Verurteilung zu drei Jahren und vier Monaten Haft. Dieses Urteil ist bereits rechtskräftig, ist jetzt aber mit anderen nicht so feurigen Vergehen zu einer Gesamtstrafe von vier Jahren zusammengefasst worden. Das Amtsgericht hatte noch einen weiteren Fall von Fahren ohne Fahrerlaubnis dazugepackt, verschärft durch dafür abgeschraubte Kennzeichen eines anderen Fahrzeugs – für sich allein hätte die Strafe höher werden können.

Der Berufungsrichter am Landgericht Wuppertal fand am Urteil nichts zu bemängeln. Schließlich hatte der Remscheider in dieser Sache auch ein Geständnis abgelegt – ein Widerruf war nicht zu erwarten. Wegen des geringen Anteils an der Gesamtstrafe also noch einmal den ganzen Prozess aufrollen? Der Richter sah nur geringste Chancen für den Berufungsführer, aber dafür riesige Kosten.

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Der ehemalige Komplize hatte bereits im Vorfeld signalisiert, dass er zu einer möglichen Entlastung die Zeugenaussage verweigern würde. Sich möglicherweise durch eine ungeschickte Aussage selbst zu belasten, das war ihm zu gefährlich. Als Kompromiss, so der Richter, kann man eine Berufung auf die Rechtsfolgen, also die Höhe des Urteils und die Auflagen beschränken – am billigsten aber wäre eine Rücknahme der Berufung gewesen.

Der Angeklagte besprach sich mit dem Anwalt – sollte eine kleine Chance zur Milderung des Urteils bestehen, wolle man wenigstens die nutzen. Der Blick auf das Alter des Angeklagten und darauf, dass auch dieser einzelne Fall des Fahrens ohne Fahrerlaubnis eigentlich in die Gruppe der bereits verurteilten ähnlichen Straftaten gehören könnte, ließ das Gericht über eine Milderung der Strafe um drei Monate nachdenken – jetzt bleiben drei Jahre und neun Monate Haft.