Remscheid: Mehrheit stimmt für Öffnung der Allee

Remscheider Innenstadt : Mehrheit stimmt für Öffnung der Allee

In der zuständigen Bezirksvertretung wird der Antrag der CDU nach intensiver Diskussion angenommen.

Mit knapper Mehrheit von 9:7 Stimmen hat sich am Dienstagabend die Bezirksvertretung Alt-Remscheid auf Antrag der CDU für eine probeweise Öffnung der unteren Alleestraße für den motorisierten Individualverkehr für eine Phase von mindestens zwei Jahren ausgesprochen. CDU, Wählergemeinschaft und Pro Deutschland stimmten für die Testphase, Grüne, FDP und die Mehrzahl der SPD-Vertreter dagegen. Ilsedore Uibel (SPD) enthielt sich der Stimme.

Die vorausgehende Diskussion war in Teilen ein Abbild früherer Debatten. Beatrice Schlieper (Grüne) warf der CDU „Unlogik“ vor, weil ihr Antragstext die Befahrung der Allee durch Fahrräder ausschließe. Autos auf der Allee hält sie bei allen denkbaren Konzepten für die Einkaufsmeile für störend. Einen positiven Effekt für die Geschäfte auf der Allee vermag sie nicht zu erkennen. „Es gibt doch gar keine Geschäfte mehr.“ Auch Hans-Lothar Schiffer (FDP) glaubt nicht an positive Impulse. Auf eine Rückkehr der kleinen inhabergeführten Geschäfte zu hoffen, sei eine Illusion.

CDU-Sprecherin Rosemarie Stippekohl verwies auf Stimmen aus der Händlerschaft und von Immobilienbesitzern, die sich von einer bessere Erreichbarkeit der unteren Allee einen positiven Effekt versprechen. Garantieren könne das zum jetzigen Zeitpunkt niemand, aber die Test-Phase böte die Gelegenheit, um wichtige Erfahrungen zu sammeln. Das Projekt soll auf Wunsch der CDU vom Planungsbüro „Stadt + Handel“ begleitet werden, das im Auftrag der Stadt ein Büro am Rand der Allee betreibt, um das Revitalisierungsprogramm für die Innenstadt zu begleiten.

Ralf Wieber, Geschäftsführer der Immobilien- und Standort-Gemeinschaft Alleestraße (ISG) berichtete von Kommunen im Ruhrgebiet, die ihre Fußgängerzonen in Teilen wieder befahrbar machen. „Lasst es uns probieren“, rief er den Politikern zu. Die ISG ist für die Öffnung der unteren Allee. Sie stützt sich auf ein Konzept des Stadtentwicklers Edgar Neufeld, in dem die Befahrbarkeit ein Baustein ist, um andere Nutzungen in den leerstehenden Geschäftsräumen auf der Allee zu etablieren.

Fritz Beinersdorf (Linke) glaubt nicht mehr an eine Erholung der Alleestraße. Dass sich ein Gastronom hier ansiedle, wenn dort Autos fahren dürfen, zweifelt er an. Bernd Quinting (CDU) sieht darin keinen Widerspruch.

Beinersdorf warf der Verwaltung vor, einen Bericht zur Allee, den sie vor acht Jahren der Politik versprochen habe, seitdem nicht vorgelegt zu haben. Endgültig entschieden werden soll das Thema am 28. März im Rat. Vorher werde die Politik ein Papier der Verwaltung zum Thema erhalten, sagte OB Burkhard Mast-Weisz (SPD) gestern auf Anfrage der BM. Die SPD hatte in der vergangenen Woche ein größere Anfrage gestartet. Darin geht es auch um den möglichen Abriss des unteren Pavillons.

Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) freute sich am Ende über eine „kontroverse Diskussion“, bedauerte aber zugleich, dass nicht alle an einem Strang ziehen.

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