Remscheid: Mehr Platz für Qualifizierung im BZI-Q

Wirtschaft : Mehr Platz für Qualifizierung im BZI-Q

Zu den Tagen der offenen Tür wurde am Wochenende das neue Gebäude im Berufsbildungszentrum der Metall- und Elektroindustrie eingeweiht. Highlight ist der neue 3D-Druckbereich. Neubau soll 2020 eröffnet werden.

Es ist der erste große Schritt in Richtung „Bildungscampus“, den das Berufsbildungszentrum der Remscheider Metall- und Elektroindustrie (BZI) gemacht hat. Am Samstag weihte die Bildungsstätte das neue Gebäude, das Qualifizierungszentrum „BZI-Q“, ein. Es sei eine signifikante und dringend erforderliche Erweiterung, betonte Geschäftsführer Michael Hagemann.

Rund 3.200 Teilnehmer nehmen jährlich die Angebote der Einrichtung wahr. Die Auslastung liegt bei über 125 Prozent. Die Räume des Hauptstandortes an der Wüstenhagener Straße platzten aus allen Nähten. Mit dem Erwerb des ehemaligen Grundstücks der Firma „Klein-Plastik“ direkt gegenüber durch den BZI-Gesellschafter, dem Arbeitgeber-Verband von Remscheid (AGV), entstanden auf rund 2.200 Quadratmetern im BZI-Q rund 216 Qualifizierungsplätze für berufsbildende Maßnahmen. Fast zwei Millionen Euro hat der AGV dafür investiert, erklärte Geschäftsführer Markus von Dreusche. „Uns liegt es am Herzen, dass wir hier eine vernünftige Qualifizierung machen können“, sagte er.

Im BZI-Q haben die Fachbereiche Qualifizierung, Umschulung und Berufsorientierung ein neues Domizil. Auch das Vermittlungsmanagement sowie der Bereich zur beruflichen Integration von Flüchtlingen sind nun dort zu finden. Im kommenden Jahr soll das Programm BOF – Berufsorientierung von Flüchtlingen“ starten. „Wir haben jetzt mehr Unterrichtsräume. Gruppen können parallel laufen und wir können auch spontan Unterweisungen machen, wenn es nötig ist. Das konnten wir vorher nicht“, erklärt Ausbilder Ralf Botsch.

In der oberen Etage befinden sich neben Schulungsräumen Werkbänke, an denen sich Schulklassen zum Beispiel beim Feilen oder Bohren ausprobieren können. Der PC-Raum wird für die Bewerbungsphase genutzt. Im Keller wurden Sozialräume hergerichtet. Die Werkstatt für die Teilnehmer der Maßnahmen befindet sich im Erdgeschoss. Dort sind komplett ausgestattete Werkbänke. Aber auch der Sägebereich sowie 32 Maschinenplätze für Zerspanung, Drehen und Fräsen sind integriert.

Dort lernen zum Beispiel Umschulungsteilnehmer wie Tolga Yüksel (28) sowohl das traditionelle Handwerk als auch die Arbeit an modernen Maschinen kennen. Nach dem Metallgrundlehrgang absolviert er nun die 19-monatige Umschulung zur CNC-Fachkraft im Fachbereich Zerspanung. Zuvor hatte er acht Jahre als ungelernte Kraft in einem Galvanikbetrieb gearbeitet. „Mein Cousin hat mir die Umschulung im BZI empfohlen“, erzählte er. Die Entscheidung dafür bereue er nicht.

Durch den Umzug entstand Freiraum für den neuen Fachbereich 3D-Technik in der alten Immobilie. Unter anderem davon konnten sich die Besucher am Wochenende zu den Tagen der offenen Tür ein eigenes Bild machen, dem 3D-Drucker dabei zuschauen, wie er etwa einen Kieferabdruck erstellt. Dieser Bereich wird dann auch im künftigen Neubau des BZI eine Heimat finden. Die Eröffnung ist für 2020 geplant. Die ersten Arbeiten haben bereits begonnen. Die Finanzierung von rund 15 Millionen Euro für das zweigeschossige Gebäude wird zu 60 Prozent vom Bund und zu 20 Prozent vom Land unterstützt.

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