Remscheid: Mann schläft betrunken auf der Straße ein

Remscheider vor Gericht : Mann schläft betrunken auf der Straße ein

Wegen fahrlässiger Trunkenheit am Steuer ist ist ein Remscheider vor dem Amtsgericht zu einer Geldstrafe sowie einer siebenmonatigen Führerschein-Sperre verurteilt worden.

Die Anklage lautete zunächst auf vorsätzliche Trunkenheitsfahrt. Der 52-jährige Remscheider war im Juli dieses Jahres auf der Hastener Straße in Richtung Cronenberg unterwegs. Dort fuhr er in eine Straße, die aufgrund einer Baustelle nicht für den Verkehr freigegeben war.

Polizeibeamte, die gegen 23 Uhr wegen einer „hilflosen Person“ alarmiert worden waren, fanden den Mann vor seinem Fahrzeug schlafend vor. Das Auto habe mitten auf der Straße gestanden. Ein Atem-Alkoholtest sei deutlich positiv ausgefallen, sagte einer der Beamten aus. Der Zündschlüssel habe gesteckt und die Motorhaube sei warm gewesen. Der Mann sei deutlich alkoholisiert, aber kooperativ gewesen. Ein anschließender Blutalkoholtest ergab schließlich 1,95 Promille.

Der Verteidiger zweifelte die Wirksamkeit der polizeilichen Belehrung an, die noch vor Ort stattgefunden hatte. Sein Mandant sei in seinem Zustand nicht vernehmungsfähig gewesen. Der Angeklagte selbst machte im Verfahren keine Angaben. Er berief sich auf eine zuvor erfolgte Einlassung. Dort stritt der Mann die Anklage insoweit ab, als dass er nicht bereits betrunken losgefahren sei. Das nahm auch der Verteidiger in seinem Plädoyer noch einmal auf. Es gebe keine Feststellung zum Zeitpunkt des Trinkens. Am Tattag, so führte der Verteidiger aus, habe sich der Angeklagte zudem in einer emotionalen Ausnahmesituation befunden.

Der Mann ist bisher nicht straffällig in Erscheinung getreten, hat allerdings zwei Eintragungen im Fahreignungsregister wegen Tempovergehen. Die Staatsanwaltschaft plädierte auf fahrlässige Trunkenheitsfahrt und eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen plus eine Sperre bis zur Ausstellung einer neuen Fahrerlaubnis von sieben Monaten. Die Verteidigung beantragte Freispruch. Der Angeklagte, der beruflich auf einen Führerschein angewiesen ist, hatte wegen des Führerscheinentzugs seine Arbeitsstelle verloren.

Die Richterin urteilte schließlich wegen fahrlässiger Trunkenheitsfahrt. Der Mann muss eine Geldstrafe zahlen und eine siebenmonatige Führerscheinsperre abwarten. Der Remscheider hat allerdings noch die Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen.