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Remscheid: Lenneper Weinfest ist zurück​ - Ina Scharrenbach eröffnet

Viel los in Remscheid : Lenneper Weinfest ist endlich zurück

Zweimal musste Remscheid auf sein Winzerfest verzichten. Das Comeback war sehr gelungen. Sogar NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach schaute vorbei.

Für drei Tage verwandelte sich der Alte Markt in der Lenneper Altstadt in eine bestens besuchte Freiluft-Taverne. Bereits der blitzschnelle Vorverkauf der Eintrittskarten, die binnen weniger Stunden restlos vergriffen waren, ließ erahnen, welch große Vorfreude die Lenneper und Weinliebhaber der Region auf das beliebte Fest der Lenneper Karnevalsgesellschaft (LKG) verspürten. Der Anblick der gefüllten Altstadt allerdings übertraf sämtliche Erwartungen.

Als am Freitag um 18 Uhr der offizielle Startschuss fiel, waren sämtliche Bierzeltgarnituren, Stehtische und Tresen längst besetzt. Auch die Altstadt-Gastronomen freuten sich über volle Terrassen. NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach löste bei dieser Gelegenheit ihr Wahlversprechen ein und stattete dem Lenneper Winzerfest einen Besuch ab, um es zu eröffnen.

Bei angenehmen Temperaturen um die 20 Grad mundeten den Gästen die edlen Tropfen der verschiedenen Winzer besonders gut, wie sie offen erzählten. „Es schmeckt hervorragend“, lobte etwa Ulla Blanke. Die 75-Jährige saß mit einer Gruppe von Freunden, die so genannten „Weinliebhaber“, zusammen und genoss Rebsaft und Ambiente. „Wir kommen schon seit vielen Jahren. Beim ersten Mal kannte ich noch niemanden, aber es gefiel mir einfach gut. Die guten Weine und die sehr gute Gesellschaft führen mich seitdem jedes Jahr wieder hier hin“, äußerte sie schmunzelnd. Vermisst habe sie das Fest sehr, gesteht sie: „Es war schon traurig, dass es in den letzten zwei Jahren nicht stattfinden konnte. Umso mehr haben wir uns auf dieses Jahr gefreut.“ Kritik gab es nur für den Kartenverkauf: „Wir wurden ziemlich lange von der Person vertröstet, bei der wir die Karten gekauft haben. Es wäre schöner, wenn sich die Lenneper Karnevalsgesellschaft etwas anderes einfallen lassen würde, etwa eine bestimmte Vorverkaufsstelle oder von mir aus auch online.“

 Nach zweimaliger Zwangspause ging es beim Weinfest wieder hoch her. Mittendrin: Ulla Blanke (l.) und ihre Gruppe der Weinliebhaber.
Nach zweimaliger Zwangspause ging es beim Weinfest wieder hoch her. Mittendrin: Ulla Blanke (l.) und ihre Gruppe der Weinliebhaber. Foto: Jürgen Moll
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Online, da würden im kommenden Jahr auch die heiteren Frauen der HSG Damenmannschaft Radevormwald/Herbeck gerne ihre Weinfestkarten kaufen. „Wir standen ziemlich lange an, bis wir die Karten bekommen haben“, erzählte Jasmin Barenberg. Gelohnt habe es sich dennoch, wie sie am frühen Freitagabend berichtete: „Wir freuen uns alle, dass es stattfinden kann. Die Atmosphäre ist natürlich besonders.“ Und wie schmeckt der Wein? Barenberg lachte: „Einfach geil.“

Doch längst nicht nur die Besucher freuten sich, dass das traditionelle Winzerfest in der Lenneper Altstadt endlich wieder stattfinden konnte. Auch Michael Ebert vom Weingut Edelberg teilte das Empfinden. „Es ist einfach schön, wieder herauszukommen, die Kunden wiederzusehen und in Kontakt zu treten.“ Der Winzer vom Gonratherhof aus Weiler bei Monzingen (Rheinland-Pfalz) besucht die Lenneper Altstadt nun schon im 18. Jahr und bemerkte kaum Unterschiede zu den Zeiten vor der Pandemie. „Man merkt nur, dass die Leute wieder richtig Lust haben.“ Der Weinhandel habe während der Pandemie hohe Gewinne eingefahren. „Einbußen hatten wir nicht, der Onlinehandel hat in der Zeit extrem zugenommen. Aber der Kundenkontakt fehlte uns schon.“

Am Sonntagmittag zog Gunther Brockmann, Vorsitzender der Lenneper Karnevalsgesellschaft, eine positive Bilanz: „Wir sind zufrieden, wenn die Gäste zufrieden sind und die Winzer sowieso.“ Alle seien „heiß auf das Fest“ gewesen, berichtete Brockmann und das Ergebnis dessen sei an diesem Wochenende sichtbar geworden: Zwei ausverkaufte Tage mit jeweils 3000 verkauften Karten. „Der Freitag war voll und der Samstag war länger voll. Bis zur letzten Sekunde waren Besucher da. Irgendwann mussten wir dann auch räumen“, berichtet Brockmann. Das Fest sei jedoch friedlich verlaufen, die meisten Rückmeldungen positiv. Der Abschluss am Sonntag sei traditionell etwas familiärer und zudem der einzige Tag ohne Eintritt, aber auch hier seien gut 1800 Besucher möglich.