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Remscheid: Leidiger Kampf um besseres Netz

Firma in Remscheid : Leidiger Kampf um besseres Netz

Die Messerschmiede F.A. Schmidt sucht weiter eine Lösung für ihre Internetprobleme im Morsbachtal – und nimmt das Problem selbst in die Hand.

Es gibt in Remscheid einiges, was die Stadt aus Sicht von Familienunternehmer Markus Feldhoff verbessern könnte. Die schnelle Bereitschaft, auf Klagen von Bürgern und Gewerbetreibenden zu reagieren, gehöre aber nicht dazu, sagt der Geschäftsführer der traditionsreichen Messerschmiede F.A. Schmidt im Morsbachtal an der Stadtgrenze zu Wuppertal.

Feldhoff spricht aus Erfahrung: Ende Juni bedauerte er in einem Bericht dieser Redaktion erstmals öffentlich das schlechte Internet und die vielen Mobilfunklöcher am Standort der Produktionsstätte. Bereits einen Tag später habe er einen besorgten Anruf von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz erhalten. Das habe ihn schon beeindruckt, sagt der gebürtige Münsteraner, der seit dem Tod seines Schwiegervaters den Expansionskurs des Erstausrüsters von Maschinenfabriken in alleiniger Verantwortung fortführt. Das sei leichter, wenn man nicht noch mit Infrastrukturproblemen zu kämpfen habe, findet Feldhoff und war daher erfreut, als auf den Anruf des städtischen Oberhauptes ein Besuch von Mitarbeitern des Fachdezernats für Stadtentwicklung, Bauen und Wirtschaftsförderung folgte.

Gebracht habe dieser Besuch, der in der vergangenen Woche stattfand, indes nichts: „Die Herren von der Wirtschaftsförderung haben sich mein Problem verständnisvoll angehört und vorgeschlagen, dass ich auf Firmenkosten eine eigene Leitung auf einer Länge von 300 Metern verlegen lasse.“ Eine weitere Option habe habe man ihm nicht offeriert, „was auch mit der topographischen Lage der Fabrik begründet wurde“.

Zum Glück habe er zwischenzeitlich schon selbst das getan, was man im Falle eines andauernd schlechten Empfangs eben so tun könne: „Ich habe alle Verträge bei der Telekom gekündigt und vollziehe gerade den Wechsel zu Telefonica.“ Auch eine Lösung, mit der er seine Firma zumindest etwas mehr auf Highspeed-Kurs bringen kann, habe er sich überlegt: „Vielleicht lassen sich unsere Endgeräte ja mit ein paar LTE-Routern etwas schneller ins Netz bringen.“

Einen Groll auf die Stadt hegt der mittelständische Unternehmer nicht: „Ich habe gehört und auch persönlich erlebt, dass das Mobilfunknetz im Rathaus auch nicht das allerbeste ist.“ Die Stadt habe demnach selbst „mit der schwachen digitalen Infrastruktur zu kämpfen“. Außerdem könne es ja durchaus auch mal ein Problem geben, „bei dem die Stadt vielleicht eine Lösung im Angebot hat“. Die Mitarbeiter von der Wirtschaftsförderung hätten ihn auf jeden Fall ermuntert, sich auch bei künftigen Schwierigkeiten zu melden.