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Remscheid: Lange Haftstrafe für einen alten Bekannten​

Erneute Verhandlung gegen Inhaftierten der JVA Remscheid : Lange Haftstrafe für alten Bekannten in der JVA

Es konnte einem schwindelig werden inmitten der Auflistung von Straftaten des Angeklagten, der zwischenzeitlich zum Langzeitinsassen der JVA in Lüttringhausen geworden war.

(mag) Es konnte einem schwindelig werden inmitten der Auflistung von Straftaten des Angeklagten, der zwischenzeitlich zum Langzeitinsassen der JVA in Lüttringhausen geworden war. Raub, Körperverletzung und dann noch die Anstiftung zu einem weiteren Raub und zur Vergewaltigung: Es war so einiges zusammengekommen bei dem gebürtigen Tschetschenen, der nun schon seit Jahren die Gerichte beschäftigt. Und nicht nur die – auch von der Polizei scheint der Mann sich nichts sagen lassen zu wollen. Mehrfach soll er die Privatanschriften von Beamten genannt und diese bedroht haben. Eine Staatsanwältin und einen Richter hatte er ebenfalls unflätig beschimpft.

Aus dem Fenster seiner Remscheider Zelle heraus soll er dann im Juni 2019 drei Männern zugerufen haben, dass die zur Wohnung einer Bekannten gehen sollen, in der auch sein früherer Kompagnon leben würde. Der hatte den Angeklagten in einem vorherigen Verfahren schwer belastet, nun wollte sich der 29-Jährige offenbar an ihm rächen. Man solle ihn ausrauben und seine Schwester vergewaltigen – dass hatte der Tschetschene den Männern durch Zurufe aus der Zelle aufgetragen. Mitgehört hatte das ein Zellennachbar, selbst wegen Mordes lebenslang inhaftiert. Es gebe da ein „Brüllaffen-Problem“, hatte der unfreiwillige Zuhörer später die Justizbeamten wissen lassen. Er habe das alles mitgeschrieben, was wiederum dem Angeklagten zu Ohren gekommen war. Der reagierte prompt mit zwei Ohrfeigen gegen den „Zinker“ und der Drohung, dass er ihn niederstechen werde.

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Dafür und für die Anstiftung zu Raub und Vergewaltigung war der Angeklagte schon vom Amtsgericht und später von der Berufungskammer des Landgerichts zu einer weiteren Haftstrafe verurteilt worden. Das Oberlandesgericht hatte das Urteil aufgehoben, nun wurde erneut verhandelt – und eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verhängt.