Remscheid: Klosterkirche mit neuer Managerin

Kultur in Remscheid : Klosterkirche mit neuer Managerin

Sonja Tewinkel (44) ist seit September verantwortlich für das Programm und die Abendveranstaltungen des Lenneper Kulturzentrums. Im nächsten Jahr stehen zudem zahlreiche Sanierungsarbeiten am Gebäude an.

Den Übergang von Anne Winkels zu Sonja Tewinkel hat sich Wolfgang Moritz, Vorsitzender des Vereins Klosterkirche, leichter vorgestellt. Nachdem Stephanie Licciardi noch in der Probezeit kurzfristig abgesprungen war, ging die Suche von vorne los. „Wir haben mit Sonja Tewinkel eine Mitarbeiterin gefunden, die die notwendige Qualität und Professionalität für unser Haus mitbringt.“ Mit diesen Worten stellte Moritz die neue Kulturmanagerin am Dienstag vor. Zusammen mit Veronika Weber und Martina Sieber ist sie für die künstlerischen und organisatorischen Belange des Hauses verantwortlich.

Auf dem Gebiet der Organisation von Veranstaltungen macht der 44-jährigen Mutter von drei Kindern wohl keiner etwas vor. Das belegt ihr bisheriger Werdegang. Sie hat zwar Musik und Germanistik auf Lehramt an der Universität Köln studiert, wollte aber später nie Lehrerin werden. Während ihres Studiums lernte sie die A-cappella Band „Wise Guys“ kennen. Sie kümmerte sich um die Organisation der Konzerte. Aus dem Eine-Frau-Betrieb entstand innerhalb von zehn Jahren ein Büro mit drei Angestellten. Einen der Wise-Guys-Sänger hat sie geheiratet. Ihr organisatorisches und kommunikatives Talent hat Sonja Tewinkel später an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln einbringen können. Zehn Jahre leitete sie das Dezernat für Finanzen, Controlling, Hochschulplanung, Gebäudemanagement und künstlerischen Betrieb. Eine Mammutaufgabe mit über 400 Veranstaltungen im Jahr. Doch irgendwann merkte die Sängerin und Musikerin, sie muss den Job wechseln – und kündigte Ende 2018. Von der Klosterkirche hatte sie bis dahin noch nichts gehört.

Als sie die Ausschreibung las, testete sie mit ihrem Mann die Klosterschänke und die Umgebung. Erster Eindruck: Das ist nett in Lennep. Zweiter Eindruck: Die Vielfalt des Programms spricht mich an. Dritter Eindruck nach dem Vorstellungsgespräch: „Wir haben so viel gelacht, das muss einfach gut werden“, erzählt Tewinkel. Damit die Arbeit als Kulturmanagerin gut wird, will sie das treue Publikum pflegen und die Jugend gewinnen. Kontakte mit Schulen will sie aufnehmen und genau beobachten, was in der Szene der 17- bis 27-Jährigen gefragt ist. „Ich möchte Begeisterung wecken für die Live-Unterhaltung“, sagt sie. Es sei ein Unterschied, etwas auf YouTube zu sehen oder auf der Bühne der Klosterkirche. Qualität ist ihr Anspruch. Experimente will sie auch wagen.

Das Gebäude Klosterkirche gehört der Stadt. Es ist in die Jahre gekommen und entspricht in manchen Bereichen nicht mehr den Anforderungen eines Veranstaltungszentrums. Moritz hat viele Gespräche mit der Stadt geführt. Mit Erfolg. Im nächsten Jahr stehen zahlreiche Sanierungsmaßnahmen an. Zunächst geht es um Brandschutz. Christoph Welke, Architekt und Mitglied des Vorstandes, betreut die Arbeiten, so dass sich Denkmalschutz und Brandschutz nicht im Wege stehen. Zudem werden Türen erneuert, und das Efeu an den Mauern entfernt. Die Stadt hat auf ihre Kosten den Steinway-Flügel überarbeiten lassen. Über mehrere Wochen stand er bei einem Steinway-Händler in der Werkstatt. Generalüberholt kann sein edler Klang die Besucher der Klosterkirche wieder erfreuen. Am meisten freut es Sonja Tewinkel, wenn die Zuschauer zufrieden das Haus verlassen. „Diese Nähe zur Kunst und zum Publikum habe ich vermisst“, sagt sie.

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