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Remscheid: Kirche wird zur Kita

Umbau in Remscheid : Kirche wird zur Kita

Am Honsberg wird die ehemalige kath. Filialkirche St. Bonifatius zur Kindertagesstätte umgebaut. Kosten: etwa 1,8 Millionen Euro.

Die ehemalige katholische Filialkirche St. Bonifatius hat einen neuen Besitzer: Am Mittwoch überreichte Ottmar Gebhardt, Kirchenvorstand von St. Suitbertus, einen symbolischen Riesen-Schlüssel an Mario Temmink vom Hildener Investor Immobilien und Bauträger Service (IBS) – mit dem nötigen Abstand. Die offizielle Übergabe samt Stadtspitze und Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster musste wegen der Corona-Krise verschoben werden.

Doch die Zeit drängt: Der Investor baut die entweihte Kirche am Engelsberg für rund 1,8 Millionen Euro zur Kindertagesstätte um – es ist das wohl spannendste und außergewöhnlichste Kita-Bauprojekt in Remscheid. 80 Plätze entstehen in Honsberg – sie werden dringend benötigt. „Wir möchten Ende August mit der Sanierung fertig sein, so dass die Einrichtung Anfang September starten kann“, sagt Temmink, für den das Bauprojekt ein ganz besonderes ist. „Die Räume eignen sich wunderbar für eine Kita. Und das Außengelände mit seinen 13.000 Quadratmetern verspricht für die Kinder Abenteuer pur.“

Momentan arbeitet sich ein Bagger auf dem Außengelände vor, zudem läuft die Entkernung im Innenbereich. „Wir stellen gerade die Notausgänge im Untergeschoss her“, erklärt der neue Immobilienbesitzer. Aktuell arbeiten sechs, ab Montag zwölf Arbeiter auf der Baustelle. Dann startet der Innenausbau, in Coronazeiten allerdings auch unter den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen: Es darf immer nur ein Monteur in einem Raum arbeiten. Und alles in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde der Stadt Remscheid. Denn sowohl die ehemalige Kirche als auch die Außenanlage stehen unter Denkmalschutz. „Das stellt uns vor einige Herausforderungen – aber die Zusammenarbeit mit der Stadt ist hier unkompliziert und sehr konstruktiv.“

Der Vorbesitzer, die Gemeinde St. Suitbertus, rechnet damit, dass die Kirche ab Mitte Mai ausgeräumt wird. „Altar, Tabernakel, Apostelleuchten, Fenster und Türen werden in der Diözese Liegnitz in Polen eine neue Heimat finden“, erklärt Ottmar Gebhardt. „Das geht natürlich erst, wenn die Reisebeschränkungen aufgehoben sind.“ Für den Kirchenvorstand ist der Start der Umbauarbeiten gerade in diesen Zeiten ein Lichtblick.

Die künftige Kindertagesstätte und die geplante Außengruppe haben 520 Quadratmeter Platz zum Spielen, Toben und Erforschen. Im Obergeschoss, das noch einmal 380 Quadratmeter umfasst, soll zudem eine Tagespflegeeinrichtung entstehen. Das sei allerdings dann erst der zweite Bauabschnitt. „Wir konzentrieren uns momentan voll auf die Kindertagesstätte“, sagt Mario Temmink.

Investor IBS ist übrigens kein Unbekannter in Remscheid. Das Unternehmen hat das ehemalige Kinderheim Waldhof gekauft, umgebaut und anschließend an die Evangelische Jugendhilfe Bergisch-Land vermietet.