Remscheid: "Kinderfinder"-Aufkleber sollen Lebensrettern helfen

„Kinderfinder“ : Aufkleber sollen Lebensrettern helfen

Die Feuerwehr Remscheid verteilt im Rahmen der Brandschutzerziehung künftig „Kinderfinder“ an Kita-Kinder.

Wenn die Feuerwehr ausrückt, um Menschen aus einem brennenden Haus zu retten, ist jede Sekunde kostbar. Ähnlich wie die Stadt Köln setzt die Remscheider Feuerwehr künftig auf das Konzept der „Kinderfinder“. Das sind reflektierende Aufkleber, die auf den Türen jener Zimmer angebracht werden, in denen in einem Haushalt die Kinder ihren Raum haben. Die Schilder sollen im Brandfall den Rettern helfen, den Weg zu den Kindern schneller zu finden. Seit Juni 2018 kooperiert die Kölner Feuerwehr mit einer örtlichen Versicherung. Dort können Eltern per Mail oder Brief kostenfrei die Aufkleber bestellen. Bis zu drei dieser Sticker werden verschickt

Wie Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan jetzt im zuständigen Ausschuss für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung erklärte, können die Aufkleber die lebensrettende Funktion eines Rauchmelders zwar nicht ersetzen, stellen aber eine gute Ergänzung dar. Denn natürlich kontrollieren seine Leute bei einem Einsatz alle Räume eines Hauses, um sicher zu sein, dass kein Mensch zurückbleibt.

Die Erfahrung zeige, dass sich Kinder im Brandfall oft verängstigt zurückziehen. Sie kriechen unter ihr Bett oder verstecken sich im Kleiderschrank. Daher gehört der „Griff mit dem langen Arm“ unter das Bett zum Pflichtprogramm des Feuerwehrmanns im Einsatzfall. Dass die Schilder aus reflektierendem Material den Rettern den direkten Weg zu den Kinderzimmern weisen, sei eine gute Idee. Herauszufinden, ob und wenn ja, wie viele Personen sich in einer Wohnung oder einem brennenden Haus befinden, ist Aufgabe des Einsatzleiters, sagte Eul-Jordan unserer Zeitung. Während der Fahrt zum Einsatzort gleicht dieser die aktuellen Infos aus der Leitstelle mit den Daten aus der Alarmierung ab. „Deswegen hat er einen Fahrer, um sich unterwegs auf diese Dinge konzentrieren zu können.“ Die Kollegen, die in der Hauptwache die Notrufe entgegennehmen, fragen diese Dinge ab. Spüren sie beim Anrufer nur eine leichte Unsicherheit bei der Frage, ob noch Personen im Gebäude sind, bekommt der Einsatz das Kürzel MIG (Menschen in Gefahr).

Eul-Jordan kündigte an, 1000 der Kinderfinder-Aufkleber auf eigene Kosten bestellen zu wollen. Sie sollen dann an jene Kita-Kinder verteilt werden, die vor dem Übergang aus dem Kindergarten zur Grundschule die Brandschutzerziehung-Kurse der Feuerwehr besuchen. Der Besuch auf der Wache Auf dem Knapp steht dabei am Ende einer Woche, in der sich die Kita-Kinder in ihren Einrichtungen mit dem Thema beschäftigen. Die Erzieherinnen erhalten dafür von der Feuerwehr einen Koffer mit Lern-Materialien. Früher hat Eul-Jordan den Kindern bei ihrem Besuch einen Rauchmelder überreicht, den er über Sponsoren finanzierte. Die Idee dahinter: Die Kinder werden schon auf den Papa einwirken, dass dieser das Gerät auch an der Decke anbringt. Seit Rauchmelder in Wohnungen gesetzlich verpflichtend sind, entfällt dieses Geschenk – und wird nun bald ersetzt von den Kinderfinder-Aufklebern.

Auch hier schätzt Eul-Jordan den erzieherischen Effekt. Denn schon das Anbringen der Aufkleber auf den Türen führe dazu, dass Eltern mit ihren Kindern über Gefahren und das richtige Verhalten im Brandfall reden. In den Schulen und Kitas der Stadt soll das Poster mit der Aktion am schwarzen Brett aufgehängt werden, entschied in dieser Woche die Verwaltung. Wer will, kann die Kinderfinder dann bestellen.

Mehr von RP ONLINE