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Remscheid: Keine Firma für Theateraufzug gefunden

Teo Otto Theater in Remscheid : Keine Firma für Theateraufzug gefunden

In der Sommerpause sollte er eingebaut werden. Doch für den Spezialauftrag hat sich kein Unternehmen in NRW gefunden. Ohne Aufzug bleiben Menschen mit Gehbehinderungen von Vorstellungen ausgeschlossen.

Während der Theaterferien im Sommer sollte der seit langem gewünschte Aufzug eingebaut werden. Im Haushalt stehen für diese Investition 153.000 Euro bereit. Doch die Theaterbesucher mit Gehbehinderungen müssen sich weiter in Geduld üben. Der Einbau wird im Sommer nicht stattfinden. Lutz Heinrichs, Geschäftsführer des Teo Otto Theaters, sagte dazu: „Wir haben alle Aufzugbauer in Nordrhein-Westfalen angeschrieben, aber keinen gefunden, der den Auftrag annimmt.“

Beim Aufzug für das Teo Otto Theater handelt es sich nicht um einen Aufzug von der Stange, sondern um eine Spezialanfertigung. Links neben dem Ausgang des Theaters zum Parkhaus soll er installiert werden. Das Obergeschoss erreicht er in unmittelbarer Nähe zum früheren Raucherfoyer. Zudem achtet der Denkmalschutz darauf, dass der Aufzug die Wirkung des 50er-Jahre-Baus nicht einschränkt.

Da in NRW keine Fachfirma zu finden war, will die Stadt nun deutschlandweit ausschreiben, in der Hoffnung, eine Fachfirma zu finden, die trotz des anhaltenden Baubooms in diesem Jahr nach Remscheid kommt. Die Ausschreibung könne Heinrichs zufolge bis Mitte April geschehen. Die Vergabe sei bis Mitte August möglich. Allerdings rechnet Heinrichs nicht damit, dass der Einbau vor November beginnen könne. Bauarbeiten während der laufenden Spielzeit würden den Spielbetrieb nicht einschränken, sagte Heinrichs. Diese Lösung sei in jedem Fall besser, als bis zum Sommer 2021 zu warten, betonte er.

Menschen mit Gehbehinderungen bietet das Theater im jetzigen Zustand zu geringen Komfort. Von den 650 Sitzplätzen sind 24 stufenlos zugänglich. Für vier Rollstuhlfahrer ist an den Seiten Platz. Seit einiger Zeit gibt es kleine Geländer als Stütze für ältere Menschen. Der Schwachpunkt ist das obere Foyer. Es ist für Rollstuhlfahrer und Menschen mit schweren Gehbehinderungen nicht erreichbar. Die unüberwindbaren Wendeltreppen an beiden Seitenaufgängen schließen die Besucher mit Behinderungen von den Veranstaltungen dort aus. Im Spielplan gibt es 27 Vorstellungen im ersten Geschoss.

Für Frauen gehen die Pausen an den Theaterabenden zu schnell vorbei. Vor den Toiletten bilden sich bei gut besuchten Aufführungen häufig lange Schlangen. Die fünf Toiletten im unteren Foyer und die drei Toiletten im oberen Foyer entsprechen zwar den gesetzlichen Anforderungen, aber die unkomfortable Situation soll beseitigt werden. Immer wieder gab es Beschwerden. Nach Auskunft von Heinrichs ist der Einbau von sechs weiteren Toiletten im Erdgeschoss vorgesehen. Das würde die Kapazität um 75 Prozent erhöhen. Der Ausbau ist möglich, weil ein Büro der Buchhaltung verlegt werden konnte, in eine nicht mehr genutzte Garderobe im zweiten Obergeschoss. Offen ist noch der Preis für die sechs neuen Damentoiletten. Bisher stehen keine Mittel für den Einbau zur Verfügung. Sollte die Finanzierung gesichert sein, könnten die Toiletten in der Sommerpause eingebaut werden. In der neuen Spielzeit würde es keine Verzögerungen mehr beim Beginn der zweiten Hälfte der Vorstellung geben.

Das Warten darauf, dass alle Besucherinnen auch rechtzeitig von der Toilette kommen, hätte sich damit erledigt.