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Remscheid: Kasimir und Nemo schenken Hoffnung

Geschenkaktion in Remscheid : Kasimir und Nemo schenken Hoffnung

Barmer und BM-Leser sorgen wieder gemeinsam dafür, dass die Bewohner von Haus Lennep und Stockder Stiftung an Weihnachten beschert werden.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen hat es das Coronavirus ins Haus Lennep geschafft. Das Betreten der Einrichtung ist für Außenstehende streng untersagt. Bewohner und Personal stehen unter Quarantäne. Umso wichtiger wirkt aktuell die Vorfreude auf die anstehende Bescherung, die die Bewohner von Haus Lennep und der Stockder Stiftung auch in diesem Jahr dank der Geschenkaktion der Barmer und der BM-Leser erleben werden.

Zwei besondere Lichtblicke waren in diesem Jahr der Entbehrungen für die Bewohner von Haus Lennep allerdings auch Kasimir und Nemo. Die zwei zuckersüßen Esel, die das ganze Jahr im Außengelände von Haus Lennep leben, erfreuen sich eigentlich immer großer Beliebtheit. Doch vor allem dieses Jahr, als Besuche von Familienangehörigen rarer wurden und Ausflüge abgesagt werden mussten, zauberten die tierischen Bewohner den Senioren häufig ein Lächeln ins Gesicht, weiß Gabriele Radig, Koordinatorin der Sozialen Dienste der Einrichtung. „Für einige Bewohner sind die Esel sogar die einzige Motivation, um einfach mal rauszugehen.“

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Die flauschigen Geschöpfe sind neugierig, zahm und nähern sich nahezu immer, wenn jemand am Zaun des Geheges stehen bleibt. Interessiert lugen sie dann aus ihrem Stall und treten selbst in klirrender vorweihnachtlicher Kälte einige Schritte hinaus. „Nemo!“, ruft Radig dem neunjährigen schwarzen Esel zu, der gleich aufblickt. Zur Begrüßung klappt er seine Öhrchen hoch und runter und folgt dann der ihm bekannten Stimme. Auf seinem Weg den Hang hinab macht der gefräßige Nemo aber noch einige Zwischenstopps, um am Grün zu knabbern. Der 20-jährige Kasimir hingegen macht keine Anstalten, seine warme Bleibe zu verlassen und beobachtet stattdessen seinen Kumpanen.

„Für Esel sind große grüne Wiesen eigentlich gar nicht gut“, sagt Radig: „Die würden nie aufhören zu fressen und dann krank werden.“ In Haus Lennep wird auch für die tierischen Bewohner auf eine ordentliche Verpflegung Wert gelegt. So manch einen Senior musste Radig bereits ermahnen: „Es ist schon mal vorgekommen, dass unsere Bewohner einen Teil ihres Frühstücks einfach zurückgelegt haben, um damit die Esel zu füttern.“ Doch statt Aufschnitt und Brötchen gibt es für die gefräßigen Esel ganz artgerecht leckeres Heu.

Gepflegt werden Nemo und Kasimir ehrenamtlich von einigen Bewohnern und Mitarbeitern. Bei einfacheren Tätigkeiten wie Füttern und Striegeln machen die Senioren gerne mit. Beim Stallausmisten und Wiese abäppeln müssen Mitarbeiter und Ehrenamtler ran. Der Aufwand, in der Alten- und Pflegeeinrichtung auch noch Tiere zu halten, trage viele Früchte, bemerkt die Koordinatorin der Sozialen Dienste. „Tiere machen ganz viel mit unseren Bewohnern“, hat sie festgestellt: „Viele unserer Bewohner sind ländlich aufgewachsen, da wecken unsere Esel Erinnerungen. Es wird dann viel erzählt.“

Aber selbst jene, die sonst keine Berührungspunkte mit Tieren hatten, blühen im Kontakt mit den heimeigenen Eseln oder auch bei Besuchen der mobilen Farm mit Miniponys und Kaninchen auf. „Schwere Gespräche bekommen in der Nähe der Tiere eine wohltuende Leichtigkeit“, sagt Radig. Besonders dieser Tage, in denen das Haus aufgrund des Corona-Ausbruchs abgeschottet ist, kann ein Blick aus dem Fenster ins Gehege der beiden Esel für Bewohner und Mitarbeiter erholsam sein.

Früher lebten im Gehege auch Schafe, die altersbedingt gestorben sind. Den Tierpark in Zukunft mit weiteren Tieren zu ergänzen, stünde derzeit nicht zur Debatte, erklärt Radig: „Natürlich ist es für die Bewohner etwas Besonderes. Aber Tiere hier zu haben ist auch eine große Verantwortung. Es soll ihnen bei uns schließlich gut gehen.“ Wer Spaß an der Eselpflege hat und ehrenamtlich mithelfen will, kann sich bei Gabriele Radig melden – und zwar telefonisch unter 0 21 91 / 782 09 25 52.