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Remscheid: JVA am Abend ohne Strom

Panne in Remscheid : JVA am Abend ohne Strom

Die Justizvollzugsanstalt Remscheid war am Montagabend zwischenzeitlich ohne Licht. Grund dafür waren Arbeiten am Stromnetz, die nicht nach Plan liefen. Das Technische Hilfswerk kam zur Hilfe.

Dass die Justizvollzugsanstalt in Lüttringhausen vorübergehend ohne Strom und damit ohne Licht sein würde, war so geplant. Nicht aber, dass das ausgerechnet in den Abendstunden der Fall sein würde. Doch es kam am Montagabend genau dazu. Und die Justizvollzugsbeamten beschlich in der hereinbrechenden Dunkelheit langsam aber sicher ein mulmiges Gefühl.

Planmäßig hatten am Montagmorgen Elektriker ihre Arbeit am Stromnetz der Haftanstalt aufgenommen. Am Vormittag und in den Mittagsstunden sollte für sie vorübergehend die Versorgung abgestellt werden. „Leider ist es bei den Arbeiten dann zu Verzögerungen gekommen“, berichtet Anstaltsleiterin Katja Grafweg. Gegen 15.30 Uhr legten die Elektriker dennoch den Schalter um. In eineinhalb Stunden sollte der Strom zurückkehren. Tat er aber nicht.

Noch zwei Stunden später lagen große Teile des Gebäudes im Dunkeln, einschließlich der Gefängnismauern und des Innenhofes. Zwischenzeitlich war auch das Hafthaus betroffen. Auch telefonisch war die Justizvollzugsanstalt nicht zu erreichen.

Um 17.40 Uhr zog Katja Grafweg die Reißleine, verstärkte alle Posten und ließ weitere Justizvollzugsbeamte in die Haftanstalt einrücken. Die Mitarbeiter brachten ihre Autos in Stellung, um mit den Scheinwerfern für Licht zu sorgen. Ein Mitarbeiter, der sich privat beim Technischen Hilfswerk (THW) engagiert, bat die Ehrenamtler um Unterstützung.

Beim THW in Remscheid hat unter anderem die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung ihren Sitz. Sie ist unter anderem auf Beleuchtungsaufgaben spezialisiert. Mit den Einsatzkräften aus Remscheid rückten weitere Ehrenamtler aus Wuppertal, Hattingen und Witten zur Haftanstalt in Lüttringhausen aus. Die insgesamt 19 Helfer bauten dort vier mobile Lichtmasten sowie acht Scheinwerfer auf Stativen auf. „Mit den Hochleistungsstrahlern konnte das komplette Anstaltsgelände binnen kürzester Zeit ausgeleuchtet werden“, berichtet Christoph Rühl, Ortsbeauftragter des THW in Remscheid.

Die Polizei, die von den Arbeiten an der elektrischen Versorgung im Vorfeld informiert war, fuhr bereits ab dem Vormittag rund um die Haftanstalt verstärkt Streife. Das galt nun erst recht bei hereinbrechender Dunkelheit. Kein Insasse sollte sich die Ausnahmesituation zunutze machen können.

Zurzeit sitzen 430 Männer in der JVA ein. Sie waren aus Sicherheitsgründen erst am Montag per Lautsprecherdurchsage über den eigentlich für die Vormittags- und Mittagsstunden geplanten Stromausfall informiert worden. Auch sie waren deshalb überrascht, als das Licht am Abend nicht zurückkehrte. Die Männer befanden sich jedoch den ganzen Tag über in ihren Hafträumen. Weder gab es den sonst üblichen Umschluss mit anderen Häftlingen noch konnten sie zur Arbeit in den Werkstätten gehen.

Gegen 19.15 Uhr gelang es den Elektrikern, auch die Beleuchtung der Gefängnismauern wieder einzuschalten. Gegen 19.35 Uhr erreichte die Polizei die Nachricht, dass die Ausnahmesituation behoben sei. „Wir haben die JVA dennoch weiterhin angefahren“, erklärt Sprecher Stefan Weiand.

Katja Grafweg zeigt sich erleichtert und beeindruckt von der Arbeit des THW. Hinter ihr und ihren Mitarbeitern liegen bange Stunden. Zwar habe sie keine Angst vor den Inhaftierten. „Wenn wir aber nicht sehen können, was auf unserem Gelände geschieht, dann versetzt uns das natürlich in Unruhe“, sagt Grafweg.