Remscheid: Jugendrat unterstützt Schüler-Demo am Freitag

Engagement in Remscheid : Jugendrat unterstützt Schüler-Demo am Freitag

„Fridays for Future“, Verbesserung des Nahverkehrs und die anstehende Europawahl waren die drei Kernthemen, mit denen sich der Jugendrat in seiner jüngsten Sitzung ausgiebig beschäftigte.

Die mittlerweile weltweiten Freitags-Demos, bei denen Schüler für Umwelt- und Klimaschutz auf die Straße gehen, sind – wie bereits berichtet – auch in Remscheid angekommen.

Am morgigen Freitag werden Schüler der beiden innerstädtischen Gymnasien (GBG und EMA) sowie der Albert-Einstein-Gesamtschule einen Sternmarsch zum Rathausplatz unternehmen. Die Besonderheit in der Werkzeugstadt: Die Proteste finden außerhalb er Schulzeit statt. „Das war für uns die einzige Chance, ohne Fehlstunden und mit der Unterstützung der Schulleitung auch in unserer Stadt ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen“, sagte Selin Ergün (17), Schülervertreterin am Gertrud-Bäumer-Gymnasium, Keimzelle der Aktion.

Gemeinsam mit ihrem SV-Kollegen Vijiythan Sithiravelauthapillai (16) besuchte sie die Sitzung des Jugendrates, um für Unterstützung zu werben. Die wurde ihnen einstimmig zugesagt. Mit Plakaten und möglichst vielen Teilnehmern wollen Schüler und Jugendrat die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Gegen 13.15 Uhr werden die Schüler auf dem Rathausplatz erwartet. „Die Demo ist mit 500 Teilnehmern angemeldet“, erklärte Ergün auf Nachfrage. Schüler und Jugendratsmitglieder werden kurze Ansprachen halten. Auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) will einige Worte an die jugendlichen Demonstranten richten.

Die „Fridays for Future“-Demo ist ein Zeichen, dem sicherlich auch Taten folgen müssen. Das kam auch beim Tagesordnungspunkt zum Nahverkehr in Remscheid zur Sprache, bei dem Armin Freund, Bereichsleiter für Verkehrsmanagement der Stadtwerke Remscheid, den Jugendratsmitgliedern Rede und Antwort stand. Die Jugendlichen informierten sich über die Möglichkeit, mehr Elektro- oder Hybridbusse einzusetzen. Sie regten an, Taktung und Pünktlichkeit – auch beim Nachtexpress – zu verbessern. Auch von Interesse: eine bessere Anbindung ans Freibad und am Veranstaltungsort der Alten Schlossfabrik. Außerdem schlugen sie vor, größere oder mehr Busse bei Schulschluss einzusetzen. Zudem wünschten sich die Jugendlichen eine bessere Kundenorientierung der Fahrer. Verkehrsmanager Freund schrieb fleißig mit und versprach dem Gremium, sich um die Anliegen zu kümmern.

Schließlich hatte sich der Jugendrat als Gastreferent Dave Merkel von den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) eingeladen, um über die anstehende Europawahl zu berichten. Es war von Interesse, wie am 26. Mai gewählt wird und wer überhaupt zur Wahl steht. In einem kurzen Überblick machte Merkel auch deutlich, warum es wichtig sei, sich an der Wahl des europäischen Parlaments zu beteiligen: „Es ist das einzige direkt gewählte Organ der Europäischen Union mit Kontrollfunktion über die Kommission und den Rat. Und es stehen wichtige Veränderungen (Handelsabkommen, veränderte Machtverhältnisse auf der Welt) an, für die es wichtig ist, eine starke Europäische Union zu haben.“

Der Jugendrat will Anfang April mit einzelnen Aktionen Jung- und Erstwähler über die Europawahl informieren.

Mehr von RP ONLINE