Remscheid: Jubiläum als Chance für IGBB

Interview mit Melanie Monßen und Viola Meike : Jubiläum ist Chance für Bergisch Borner IGBB

Die beiden Frauen sind Vorsitzende und Geschäftsführerin der IG Bergisch Borner Bürger.

Melanie Monßen und Viola Meike wurden gerade als Vorsitzende und Geschäftsführerin der Interessengemeinschaft Bergisch Borner Bürger e.V. (IGBB) wiedergewählt. Im BM-Interview berichten sie darüber, warum die IGBB beinahe Geschichte gewesen wäre, was zum Jubiläum im kommenden Jahr geplant ist und warum Bergisch Born so lebenswert ist.

Frau Monßen, Frau Meike, kommen Sie selbst eigentlich aus Bergisch Born?

Melanie Monßen Nein, mein Mann und ich sind erst im Jahr 2011 nach Bergisch Born gezogen, wir haben hier ein bergisches Zuhause im Grünen gefunden. Davor haben wir lange in Köln gewohnt und gearbeitet. Aufgewachsen bin ich in Remscheid am Hasten.
Viola Meike Ich wohne seit 30 Jahren hier in Bergisch Born – bin damit also praktisch „eingemeindet“.

Die IG Bergisch Born wird im kommenden Jahr 50 Jahre alt – wann war Ihre erste Berührung mit der IG?

Monßen Mitglied der IGBB bin ich bereits seit 2013. Ich fand das wichtig, auch in Köln war ich früher immer Mitglied im ansässigen Veedelsverein. Meine erste Teilnahme an einer IGBB-Veranstaltung war 2015 jedoch ausgerechnet diejenige Mitgliederversammlung, in der die Auflösung des Vereins beschlossen werden sollte. Das erschien mir so schade, dass ich recht spontan meine Bereitschaft signalisierte, mich in irgendeiner Form zu engagieren.

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Meike Ich bin seit gut 20 Jahren Mitglied der IGBB. Ich hätte mich selbst aber wohl nicht zu dem Schritt entschlossen, Verantwortung im Vorstand des Vereins zu übernehmen, wenn nicht Melanie so mutig den Anfang gemacht hätte – trotz ihrer Berufstätigkeit und des kleinen Kindes. Das hat mir sehr imponiert. Unsere Kassiererin Petra Bosbach habe ich dann meinerseits überzeugt, sich ebenfalls zur Wahl zu stellen.

Monßen Wir Drei haben uns zu dieser Zeit erst kennengelernt und wir konnten uns eine gemeinsame Arbeit für die IGBB vorstellen. Als wir uns zur Wahl stellten, haben wir allerdings transparent erklärt, dies nur im Rahmen unserer Kapazitäten tun zu können – und mit eigenen Ideen und Ansätzen. Glücklicherweise erklärte sich zudem Rainer Höhfeld aus dem vorherigen Vorstandsteam bereit, uns zu unterstützen, und außerdem Annette Borner, die leider inzwischen wieder ausgeschieden ist. Rainer Höhfeld ist ein Borner Urgestein und sehr gut vernetzt. Ein Jahr später kam Tim Purkart zu uns in den Vorstand, er bringt viel frischen Wind und Marketingwissen mit. Jeder von uns hat seine spezifischen Stärken, die er einbringt.

Ist zum 50-jährigen Jubiläum der IGBB etwas Besonderes geplant?

Monßen Ja, glücklicherweise können wir das heute bestätigen. Im Rahmen der jüngsten Mitgliederversammlung haben wir das mit viel Zustimmung aufgleisen können. Wir planen gemeinsam mit unseren Mitgliedern, der Freiwilligen Feuerwehr, der Kirchengemeinde und im Idealfall allen Borner Vereinen ein besonderes Fest: Historisches, Heiteres, Festliches möchten wir bieten. Der Termin wird das Wochenende 15. Und 16. Juni im kommenden Jahr sein. Wir dürfen das Fest auf dem Kirchplatz der evangelischen Kirche planen und freuen uns darüber sehr, da wir hierdurch einen neuen Akzent in der Geschichte Borner Feste setzen können. Im Jubiläum liegt eine Chance für den Verein: Ein gemeinsames Ziel stärkt die Gemeinschaft und wir möchten viel von der aktuellen „Goldgräberstimmung“ mitnehmen – und im Idealfall weitere Vorstandsmitglieder gewinnen.

Was sind die Aufgaben und Ziele der Interessensgemeinschaft?

Monßen Wir sind eine Interessenvertretung der Bergisch Borner Bürgerschaft. Unser Anliegen ist es, Gelegenheiten zu schaffen, uns untereinander und mit den anliegenden Vereinen zu vernetzen. Zusammenhalt und Identität sind zentrale Themen: Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen gerne in Bergisch Born wohnen und sich mit dem Ortsteil identifizieren. Ein weiteres Anliegen ist es uns zudem, zentraler Ansprechpartner für die Stadt Remscheid und die Landespolitik zu sein. Insbesondere wenn es um so kontroverse Themen wie die Ansiedlung weiterer Gewerbegebiete oder die Ortsumgehung geht.

Wie viele Mitglieder hat die IGBB derzeit?

Monßen Wir sind derzeit 124 Mitglieder.

Wie entwickelt sich diese Zahl?

Monßen Sie ist konstant, doch mit Bewegung. Denn natürlich ziehen Menschen fort oder versterben. Aber wir schaffen es, neue Mitglieder zu gewinnen – auch unter jungen Menschen und darüber freuen wir uns.

Wie haben Sie die vergangenen drei Jahre Ihrer ersten Vorstandschaft erlebt?

Meike Ich hatte bisher keinerlei Vorstandserfahrungen und großen Respekt vor der Aufgabe. Ich habe mir Sorgen gemacht, ob ich den Erwartungen gerecht werden könnte, die an uns gestellt wurden. Meines Erachtens hat sich aber alles sehr positiv entwickelt. Es wird immer mehr zu einem wertschätzenden Miteinander zwischen den Mitgliedern und uns im Vorstand.

Monßen Diesen Respekt hatte ich auch. Aber das Bewusstsein, das ohne weiteres Engagement der Vereinsbetrieb eingestellt worden wäre, wirkte auf uns auch befreiend.

Was wünschen Sie sich anders, was kann so weitergehen?

Monßen Ein Wunsch wäre natürlich ein noch lebendigerer Einzelhandel am Ort sowie ein stärkeres politisches Bekenntnis zur Wichtigkeit eines reduzierten Verkehrsaufkommens. Doch es gibt auch sehr erfreuliche Entwicklungen: Zum Beispiel die Bäckerei Turmhauser, das neu entstandene Küchenstudio oder das aktuell neu eröffnete Lokal an der Tennishalle. Auch die Aussicht auf eine Zahnärztin am alten Borner Bahnhof oder das Neubaugebiet am Schwarzen Weg stimmen uns optimistisch. All dies ist ein echter Gewinn für uns in Bergisch Born.

Was macht Bergisch Born als Ortsteil aus?

Meike Was ich neben der wunderbaren Natur an Bergisch Born liebe, ist der ländlich-dörfliche Charakter. Wir haben hier zwar keinen eigentlichen Dorfkern, aber sonst alles, was ein echtes Dorf ausmacht: die Freiwillige Feuerwehr, die Kirchengemeinde und viele aktive Vereine. Im Grunde kennt jeder jeden. Das Familiäre gefällt mir sehr gut.
Monßen Es gibt auch wichtige Strukturen für Familien am Ort, für die wir sehr dankbar sind: Da sind die zwei Kindergärten, es gibt Tagesmütter, die Waldorfschule. Aber auch etablierte Unternehmer machen Bergisch Born aus: Elektrohandel, Bügelfee, Friseur, Bäcker, Autozubehör, Getränkehandel – all das und viel mehr finden Sie in Born.

Vor welchen Herausforderungen steht Bergisch Born?

Monßen Das Thema einer möglichen Ansiedlung weiterer Gewerbegebiete am Gleisdreieck oder an den Erdbeerfeldern ist eine Herausforderung für uns. Die Menschen hier treiben diese Vorhaben um, natürlich möchte niemand eingekesselt von Gewerbegebieten leben. Auch die oft versprochene Umgehungsstraße ist fortwährend aktuell, da die Verkehrsbelastung über die B 51 und die B 237 belastend ist. Wir beobachten das und werden aktuell auch hier aktiv.

Meike Wir beobachten zudem mit Sorge, dass es kaum Angebote für Jugendliche im Stadtteil gibt.

Welche Aktionen haben Sie als nächstes geplant?

Monßen Der Martinszug am 9. November steht vor der Tür. Das ist  Tradition am Ort – nicht nur für Familien. Und Ende November stellen wir entlang der B 51 wieder 50 Weihnachtsbäume auf, die von den Bornern geschmückt werden. Für den 18. Januar laden wir schon jetzt zum traditionellen Neujahrsempfang ins Gemeindehaus ein.

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