Neue Fachdienstleiterin in Remscheid „Ja, ich brenne für Schule“

Remscheid · Martina Reinders ist die neue Fachdienstleiterin im Bereich Schule und Bildung. Jetzt stellte sie sich im Remscheider Rathaus vor.

 Martina Reinders beim Pressegespräch im Rathaus.

Martina Reinders beim Pressegespräch im Rathaus.

Foto: Jürgen Moll

„Kuck mal, da steht dein Name drauf.“ Mit diesen Worten präsentierte der im Rechtsamt der Stadt Remscheid arbeitende Lebensgefährte von Martina Reinders ihr die Stellenausschreibung der Stadt Remscheid. Die suchte für die Fachdienstleitung in der Schulverwaltung einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Arndt Liesenfeld, der im Januar 2022 ins Bürgeramt gewechselt war.

Die zu diesem Zeitpunkt beim Jugendamt der Stadt Essen im Bereich „Unterhalt für Kinder“ tätige Verwaltungsrätin musste nicht lange überlegen. „Ja, ich brenne für Schule“, sagte die 54-Jährige am Mittwoch bei der Vorstellungsrunde für die örtlichen Medienvertreter. In Essen war sie bereits einige Jahre im sogenannten Schulservice der Ruhrgebiets-Großstadt tätig, kennt also die drängenden Schulthemen. Nun kehrt sie in den Bereich zurück.

Die Aufgabenliste, die auf sie wartet, ist lang und hat es in sich. Drei große Themenkomplexe werden dabei im Vordergrund stehen, sagte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD). Der ab 2026 geltende Rechtsanspruch der Eltern auf einen Platz in der Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) muss von der Kommune umgesetzt werden. Zwar hat die Stadt mit über 60 Prozent schon jetzt eine der besten Quoten in NRW, doch die Nachfrage ist größer. Die Eltern machen Druck – und das sei ihr gutes Recht, sagte der OB. Zunehmend kommen die Schulen aber an Platzgrenzen, um die OGS-Betreuung noch angemessen unterbringen zu können.

„Inhaltlich richtig“ findet Mast-Weisz auch die Entscheidung des Landtags, der das verkürzte Abitur (G8) nach einer Legislaturperiode wieder abschaffte und die Rückkehr zu G9 beschloss. Martina Reinders und ihr Team sollen auch dafür an den Schulen die räumlichen Voraussetzungen schaffen. Und können dafür immerhin viel Geld ausgeben. 170 Millionen Euro Investitionen stehen für die Jahre 2018 bis 2026 im Schulentwicklungsplan der Stadt.

Als drittes Zukunftsthema nannte der OB die Digitalisierung der Schulen. Dass die Stadt hier in den kommenden fünf Jahren weitere 18 Millionen Euro investieren will, erlebte Martina Reinders bereits in der Schulausschusssitzung der vergangenen Woche mit. Sie nutzte die Gelegenheit, um sich Politikern und Schulformvertretern vorzustellen. 

Schuldezernent Thomas Neuhaus (Grüne) wertet es als gutes Zeichen, dass Stellenausschreibungen aus der kleinen Großstadt Remscheid auch in großen Kommunen wie Essen registriert werden. Bei der immer schwieriger werdenden Suche nach Personal sei Remscheid immer in Konkurrenz mit anderen Städten. „Es gibt Kommunen, die zahlen Antrittsprämien“, sagte Neuhaus. Remscheid mache das nicht. Martina Reinders jedenfalls brauchte diesen Extra-Anreiz nicht.

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