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Remscheid: Infostelen fürs Werkzeugmuseum in Hasten

Remscheider Stadtgeschichte : Infostelen für das Deutsche Werkzeugmuseum

Die Eigenproduktion soll durch mehr Hintergrundwissen den Besuch bereichern. Der Prototyp ist deutlich preiswerter als handelsübliche Geräte. Die Monitore sind unter Corona-Bedingungen gut einsetzbar.

Zu den Kritikpunkten am Deutschen Werkzeugmuseum gehörte es, dass es für die Besucher zu wenig Informationen über die Exponate gab. Zum Beispiel hängt in der Abteilung Handel im Obergeschoss eine große Vitrine mit Werkzeugen. Doch um welche Werkzeuge es sich dort handelt, war nur die für diejenigen zu erfahren, die eine Führung gebucht hatten. Neue digitale Infostelen sollen diese Lücke nun schließen.

Museumsdirektor Andreas Wallbrecht und sein Kollege Markus Heip haben im vergangenen halben Jahr einen Prototyp gebaut. Viele Museen geben den Bau und die Programmierung von Infotafeln in die Hände von Fachfirmen. In Hasten kam alles, vom Entwurf des Ständers bis zur Programmierung des Mediaplayers aus eigener Hand. „Unsere Info-Stele kostet nur ein Drittel von dem, was man üblicherweise bezahlen muss“, sagte Wallbrecht gestern bei der Vorstellung des Projektes. Wallbrecht war für den graphischen Auftritt zuständig, Heip für die audiovisuelle Umsetzung. Inhaltlich haben beide noch mal Details recherchiert. „Was wir hier mitteilen, ist gesichert“, sagte Heip.

Wie das Leben eines Handlungsreisenden im 19. Jahrhundert aussah, erfahren Kinder in einem Animationsfilm mit Puppen. Die Freunde des Werkzeugs finden detaillierte Angaben zum Beispiel über die Grip-Zange.

Wer alle Texte lesen wollte, die in dem Prototyp gespeichert sind, bräuchte anderthalb Stunden, sagte Wallbrecht. Der Vorteil sei, jedem ist es frei gestellt, wie tief er einsteigen möchte. Ob er sich für das Treffen von Josua Hasenclever mit Johann Wolfgang Goethe interessiert, oder die Namensgeschichte von Firmen wie Gedore oder Hazet in den Blick nehmen will, bleibt jedem überlassen. Insgesamt soll es künftig im Haus 20 dieser Stelen geben, die jeweils auf verschiedenen Ebenen Wissenswertes über die einzelnen Abteilungen weitergeben.

„Wir unterstützen dieses Projekt sehr gerne“, sagte Michael Schwertfeger, Vorsitzender des Fördervereins des Deutschen Werkzeugmuseums. Allerdings reichen die Mittel des Vereins nicht aus, das gesamte Projekt zu finanzieren. Wallbrecht hat beim Ministerium für Kultur in Berlin einen Förderantrag gestellt. Die Monitore sind auch unter Corona-Bedingungen gut einsetzbar. Jeder Besucher bekommt kleine Kopfhörer geschenkt, die er mit nach Hause nehmen kann.