Remscheid: Im Frühjahr wird der Jugendrat gewählt

Politische Arbeit in Remscheid : Im Frühjahr wird der Jugendrat gewählt

Der neunte Jugendrat wird im Frühjahr 2020 gewählt. Die Stadt bereitet derzeit die Wahlkampagne vor. Für Kandidaten, die zwischen 14 und 17 Jahre alt sein müssen, gibt es erneut ein Coaching.

Zwei Jahre politische Arbeit neigen sich dem Ende entgegen. Im Frühjahr 2020 wird der neunte Jugendrat gewählt. 14- bis 17-Jährige werden aufgerufen sein, zu wählen oder sich selber aufzustellen. 29 Kandidaten präsentierten sich bei der letzten Wahl 2018.

„Das war das Minimum, um von einer echten Wahl sprechen zu können“, erklärt Gerd Dietrich-Wingender (Jugendamt). Die 15 Vertreter mit den meisten Stimmen an den weiterführenden Schulen ziehen für zwei Jahre in das Nachwuchsparlament ein. Mit dem aktuellen Jugendrat überlegte Dietrich-Wingender am vergangenen Dienstagabend bei einer Sitzung in der „Welle“ in Lennep, wie die Aufgabe den Jugendlichen zukünftig noch schmackhafter gemacht werden kann.

Die Wahlkampagne wird derzeit von der Stadt Remscheid vorbereitet. Plakate werden erstellt. Nach ihrer Sitzung am 26. November (18 Uhr, Gelbe Villa, Kraftstation) werden sich die scheidenden Jugendräte dafür für Fotos zusammenfinden. Spätestens im Januar 2020 werden die Schreiben an alle Wahlberechtigten rausgehen. Wie viele das sein werden, steht nicht fest. Es hängt davon ab, in welcher Woche die Wahlurnen aufgestellt werden. Angedacht ist vom 16. bis zum 20. März.

Die Regularien besagen, dass Jugendliche teilnehmen dürfen, die drei Monate vor dem ersten Wahltag 14 bis 17 Jahre alt sind und zumindest drei Monate in Remscheid wohnen. Ein Aufruf von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz soll zum Mitmachen motivieren.

Geplant ist, dass sein Schreiben diesmal vom Jugendratsvorsitzenden Yakub Arslan mit unterschrieben, vielleicht auch inhaltlich mitgestaltet wird. „Es ist ein Unterschied, ob etwas vom Stadtoberhaupt kommt oder die Ansprache von Gleichaltrigen mitgestaltet wird“, sagte Gerd Dietrich-Wingender.

Yakub Arslan erklärte, dass er durch ältere Mitschüler auf den Jugendrat aufmerksam geworden sei und nicht durch das Schreiben. Mittlerweile ist es für ihn die zweite und letzte Amtsperiode.

Jeanne-Sophie Mortazawi hingegen fühlte sich angesprochen durch die Post des Oberbürgermeisters. In jedem Fall wird die Einladung zum Wählen und Kandidieren nur der Einstieg sein. „Macht an Euren Schulen Werbung für den Jugendrat“, ermunterte Dietrich-Wingender die Jung-Parlamentarier.

Sein Kollege Michael Ketterer fügte noch hinzu: „Macht Wahlaufruf-Spots.“ Papier und Homepage seien zwar wichtig, noch wichtiger aber sei es, aus dem Mund von Mitschülern zu hören, dass die Eingangshürden für die Bewerbung niedrig sei und dass die Arbeit im Jugendrat Spaß mache.

Um die Trommel zu rühren, forderte Yakub Arslan, müsste die Klaviatur der sozialen Medien intensiver gespielt werden. Er dachte an Instagram. Für die Lehrer wird die Stadtverwaltung eine umfangreiche Broschüre erstellen, die auf die Aufgaben, Möglichkeiten und Chancen des Jugendrats eingeht und deren Inhalt im Unterricht an die Klassen weitergegeben werden soll.

Gerd Dietrich-Wingender betonte auch, dass es erneut ein Coaching für Jugendrat-Kandidaten geben werde. Jeanne-Sophie Mortazawi dazu: „Ich fand den Austausch mit anderen Kandidaten sehr hilfreich, aber vor allem die Tipps, die wir bekommen haben, um uns zu präsentieren.“ Vor allem zurückhaltendere Typen könne ein solches Seminar stärken.

Beatriz Oliveira Teles wies darauf hin, dass die Bewerber-Videos, die auf YouTube hochgeladen würden, Gefahren bergen: „Viele Mitschüler machen sich darüber lustig, es gibt viele Dislikes.“

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