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Remscheid: Hausbesuche der Polizei als Vorsorge gegen Einbrüche

Aufklärungsaktion der Remscheider Polizei : Hausbesuche als Einbruch-Vorsorge

Polizei informiert im Rahmen der Aktion „Riegel vor“ über Möglichkeiten, Haus oder Wohnung gegenüber Einbrechern sicherer zu machen.

„Guten Tag, wir kommen von der Polizei und möchten, dass es weniger Einbrüche gibt“, sagt Marco Fechner. Und das schon zum dritten Mal an diesem Nachmittag. Zusammen mit Thorsten Laube, seit Anfang des Monats Bezirksbeamter in Lennep, ist der Kriminalhauptkommissar diesmal im Lenneper Ortsteil Hackenberg unterwegs. Im Rahmen der Aktion „Riegel vor“, die auch in den umliegenden Städten stattfindet, erklären die beiden Polizisten Mietern und Hauseigentümern, wie sie sich besser vor Einbrüchen schützen können.

Bei den Menschen, die an diesem Dienstag eher unverhofft Besuch von den Beamten bekommen, kommt die Aktion gut an. „Ich finde das völlig in Ordnung“, sagt zum Beispiel Ute Otto, bei der die beiden Beamten klingeln, nachdem sie ein offenes Fenster im Erdgeschoss entdeckt haben. Schließlich sei in der Siedlung bereits ein paarmal eingebrochen worden. „Da passt man schon auf.

Fast 25.000 Wohnungseinbrüche gab es 2020 in Nordrhein-Westfalen. Deutlich weniger als noch in den Jahren zuvor. Aber immer noch zu viele, ist Fechner überzeugt. Seit 20 Jahren widmet sich der Polizist beruflich der Prävention. „Wir haben ja auch den Auftrag, Straftaten zu verhindern“, sagt er. In der Wache am Quimperplatz gebe es dafür einen eigenen Beratungsraum. „Bei Bedarf kommen wir aber auch raus und beraten vor Ort.“ An diesem Dienstag sogar unangemeldet.

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Am kommenden Wochenende wird im Rahmen von „Riegel vor“ landesweit auf die Thematik aufmerksam gemacht. Die Polizei im Städtedreieck nutzt die Zeit bis dahin für ihre Hausbesuche. „Wir wollen mit den Leuten ins Gespräch kommen“, erklärt Marco Fechner den Hintergrund. Fällt den Polizisten etwas auf, klingeln sie. Ist niemand zuhause, werfen sie eine Art Mängelkarte in den Briefkasten. Mit einem kurzen Hinweis, was zu verbessern wäre. Und den Kontaktdaten der Kriminalprävention.

Doch in der Siedlung nördlich der Hackenberger Straße ist da offensichtlich nicht viel zu tun. „Wir haben im Grunde schon alles gemacht“, begrüßt eine Bewohnerin die beiden Beamten. Vor zwei Jahren habe sie sich von der Polizei beraten lassen, berichtet sie. Den Erfolg können Thorsten Laube und Marco Fechner nun begutachten: eine Haustür mit Mehrfachverankerung und Bandseitensicherung. Und Fenster mit Pilzzapfen. Das sind eher kleine Metallteile, die aber verhindern, dass Fenster und Türen allzu leicht aufgehebelt werden können. Das reiche in der Regel schon aus, um Einbruchsversuche zu vereiteln, erklärt Fechner: „Wir gehen davon aus, dass die meisten Einbrecher nach spätestens drei Minuten aufgeben.“

Doch technische Lösungen sind nur eines der Themen, die die Polizisten im Gepäck haben. Wichtig sei auch das eigene sicherheitsbewusste Verhalten, sagt Marco Fechner: Wohnungs- und Haustüren beim Verlassen abschließen und nicht nur ins Schloss fallen lassen, bei Abwesenheit zum Beispiel durch Zeitschaltuhren den Eindruck erwecken, das Haus sei bewohnt, so etwas in der Art. Und natürlich die Nachbarschaftshilfe: „Wenn jemand was Verdächtiges sieht, sind wir froh, diese Information zu bekommen.“

Dass dieses Engagement Früchte trägt, davon ist Fechner überzeugt. Nicht nur, weil die Zahl der Einbrüche seit einigen Jahren zurückgeht. Als er vor 20 Jahren mit der Präventionsarbeit begonnen habe, seien 27 Prozent aller Einbruchsversuche im Städtedreieck erfolglos abgebrochen worden, berichtet der Kommissar: „Im vergangenen Jahr waren es 49 Prozent.“