Remscheid hat wieder ein Kino

Prominenter Besuch zur CineStar-Eröffnung: Licht aus, Film ab – Remscheid hat wieder ein Kino

Prominenter Besuch zur Kino-Eröffnung in Remscheid

15 Millionen Euro kostet der neue Filmpalast von CineStar am Hauptbahnhof. OB Mast-Weisz erwartet Impulse für die Stadt. Zur Eröffnung kam der Schauspieler Florian David Fitz.

Seit heute ist die Zeit vorbei, in der die Stadt ohne Kino leben musste. Der Filmpalast der Gruppe CineStar ist am Mittwochabend mit Schauspieler Florian David Fitz als Stargast und der Komödie „100 Dinge“ eröffnet worden.

Sieben Jahre dauerte die Zeit ohne Kino. Wie groß die Sehnsucht der Bürger nach einem Filmerlebnis in ihrer Stadt ist, zeigt sich an den Vorverkaufszahlen für die kostenlose Club-Karte von Cine Star, die den Inhabern Informationen und Vergünstigungen bietet. 2000 Mitglieder zählt die Remscheider Filmgemeinde bereits, heißt es. „Das sind für uns sehr gute Zahlen“, sagte Oliver Fock, Geschäftsführer der Kino-Kette.

Und mit einem Vorverkauf von rund 1000 Tickets über die Internetseite zeigte sich der Betreiber ebenfalls zufrieden. „In der Eröffnungswoche kostet ein Kinobesuch nur fünf Euro“, sagte Theaterleiter Jörg Bender (41). Ein Lockangebot, um das Haus in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof möglichst vielen Besuchern vorstellen zu können. Danach variieren die Eintrittspreise. „In Remscheid wird man aber immer unter zehn Euro ins Kino gehen können“, sagte der Geschäftsführer. Auf der sicheren Seite beim Preis sind die Besucher, die ein 5-Sterne-Ticket kaufen für 35 Euro. Jeder der fünf Besuche kostet mit diesem Ticket sieben Euro – auch bei Filmen mit Überlänge.

Oberbürgermeister Burkhad Mast-Weisz und die Stadtverwaltung erhielten von den Investoren Lob. „Sie haben alles eingehalten, was sie versprochen haben“, sagte Fock. Sie musste für die Erschließung des Grundstücks sorgen, ein Sicherheitskonzept erstellen, den Tunnel zum Willy-Brand-Platz herrichten und das Parkhaus in einen ansehnlichen Zustand versetzen. Bis zur Eröffnung sei alles erledigt gewesen.

15 Millionen Euro haben CineStar und der Investor, die Firma Kropp aus Hessen, in das Multiplex-Kino gesteckt. Laut Betreiber bietet das Kino mit sechs Sälen den höchsten Stand der aktuellen Kino-Technik. Wer auf den Ledersesseln in den beiden großen Sälen in Kino 5 und 6 Platz nimmt, der schaut nicht nur auf eine Leinwand mit einer Fläche von 150 Quadratmetern. Der Ton kommt aus allen Richtungen. Von vorne und hinten, von rechts und links und auch von oben.

Im Januar hatte die Baustelle am Bahnhof plötzlich stillgestanden. Der Unternehmer, der für den Rohbau zuständig gewesen war, war pleite gegangen. „Das war suboptimal“, sagte Geschäftsführer Kropp. Doch der Familienbetrieb aus Großenlüder übernahm mit eigenen Leuten die Arbeiten vor Ort. Die Bauleitung lag immer in den Händen des Investors. Trotz einiger Unkenrufe hielt man den Eröffnungstermin.

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Die Ziele bei den Besucherzahlen sind hoch gesteckt. Mit etwa 35.000 Besuchern im Monat rechnet CineStar. Die Betreiber gehen davon aus, dass viele Gäste aus den Nachbarstädten wie Radevormwald, Wermelskirchen, Hückeswagen und auch Wuppertal zum Kinobesuch nach Remscheid kommen. Mit seinem Filmangebot will CineStar viele Interessen abdecken. Neben Blockbustern sollen auch Arthouse-Filme ihren Platz finden. Für Opernfans gibt es Live-Übertragungen etwa aus New-York.

Vom neuen Kino erhofft sich der Oberbürgermeister einen Startschuss für die Belebung der Alten Bismarckstraße. Nach dem Kinobesuch biete es sich an, den Abend in dieser jungen gastronomischen Meile ausklingen zu lassen. Erste Kooperationen mit dem Hotel Remscheider Bräu gegenüber bestehen bereits. 50 neue Arbeitsplätze hat das Kino geschaffen. „Es gab überhaupt kein Problem, die Stellen zu besetzen. Die Menschen kommen ausschließlich aus Remscheid“, sagte Oliver Fock. Zehn Festangestellte und 40 Aushilfskräfte, die flexibel eingesetzt werden können, beschäftigt CineStar.

Laut OB Mast-Weisz gibt es bereits Überlegungen, ob die Kinosäle am Vormittag nicht auch als Hörsaal der künftigen Fachhochschule am Honsberg vermietet werden können. Für CineStar sei das kein Problem. Das sei in anderen Städten durchaus üblich.

Im nächsten Jahr soll die alte Bahnhofsuhr an der Frontseite des Kinos installiert werden. Die Auszubildenden der Firma Gedore haben sie aufwändig restauriert. Sie soll an die Zeiten erinnern, in denen Remscheid noch über ein Bahnhofsgebäude verfügte. Seit gestern aber sind neue Kinozeiten für die Stadt angebrochen.

Weitere Impressionen aus dem neuen Kino als Video und in Bildern unter www.rp-online.de/remscheid

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