Remscheid: Handel soll DOC-Frieden absegnen

Geplantes Outlet-Center in Lennep : Handel soll DOC-Frieden absegnen

Auf welchen Flächengrößen werden im künftigen Designer-Outlet-Center (DOC) in Lennep welche Sortimente angeboten?

Findet sich für diese Frage eine Lösung, die aus Sicht des Wuppertaler Einzelhandels akzeptabel ist, könnte der Rat der Schwebebahnstadt bereit sein, die Klagen gegen das Remscheider DOC zurückzuziehen. Hintergrund: Eine Mehrheit aus SPD, CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern ist zum DOC-Frieden bereit, will vor einer Abstimmung aber „ein belastbares und repräsentatives Meinungsbild der betroffenen Wuppertaler Einzelhändler“ vorgelegt bekommen

Das aber ist nicht so einfach abzubilden. Während der Bergische Einzelhandelsverband und die IHK die Verträglichkeit des DOC erkennen und Wuppertal schon länger zum Klageverzicht auffordern, brachte die Interessengemeinschaft der Elberfelder Geschäftswelt (IG 1) am Mittwochabend im Barmer Rathaus konkrete Änderungswünsche ein. Demnach soll das Lenneper DOC zwar 20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche behalten, zum Schutz des Einzelhandels in Elberfeld sollen die Verkaufsflächen für Textilien aber um 1000 Quadratmeter auf 13.000m2, Schuhe / Lederwaren um mindestens 500m2 auf 3250m2 und Sport um 500m2 auf 1500m2 reduziert werden. Dies soll im B-Plan festgesetzt werden. Tenor des Papiers: Grundsätzlich wünscht man ein kooperatives Miteinander und die wechselseitige Rücknahme der Klagen, um „endlose Hängepartien“ zu beenden und „Planungssicherheit“ zu bekommen. Die Aussagen im neuen Gutachten der Firma GMA aber machen der IG 1 Sorgen. Wie die BM berichtete, zweifelt Remscheids Stadtspitze dieses Gutachten stark an.

Die Forderungen der IG 1 liegen zwischen 50 und 300m2 über dem Kompromiss, den die Stadtspitzen von Remscheid und Wuppertal zusammen mit Investor McArthurGlen ausgehandelt haben. Der Lenneper Investor sieht bei weiteren Veränderungen die Wirtschaftlichkeit des Projektes gefährdet, will nicht nachverhandeln. Diese Zusammenhänge würde McArthurGlen gerne Rat und Verwaltung und Vertretern des Einzelhandels in Wuppertal in einer persönlichen Gesprächsrunde erläutern. Ein entsprechendes Angebot ging gestern aus London per Brief und E-Mail an Wuppertals OB Andreas Mucke (SPD) und die Fraktionen im Wuppertaler Rat.

Im Gespräch mit der BM regte Ralf Engel, Geschäftsführer des Bergischen Einzelhandelsverbandes, an, gemeinsam mit der IHK eine Veranstaltung für den Handel zu organisieren, um die offenen Fragen zu klären und so das vom Rat gewünschte Meinungsbild herzustellen.

Dass der Rat an diesem jetzt plötzlich Interesse zeigt, verwundert Engel allerdings. Als in Wuppertal noch die Pläne für ein FOC am Hauptbahnhof aktuell gewesen seien, habe sich die Politik nicht für die Meinung des Handels und die Möglichen Auswirkungen eines Outlet-Centers interessiert. Engel drängt darauf, dass mit einem wechselseitigen Klageverzicht auch der B-Plan für das FOC am Wuppertaler Hauptbahnhof eingestellt wird.

Für Engel wird es höchste Zeit, einen Schlussstrich unter die Sache zu ziehen. Vom DOC Lennep werde die gesamte bergische Region profitieren, so seine Überzeugung.

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