Remscheid: Gymnasien sehen G 9 als Chance

Schule in Remscheid : Gymnasien sehen G 9 als Chance

Leibniz, EMA, RöGy und GBG basteln an neuen Stundentafeln und warten auf die Lehrpläne.

Vom Lenneper Röntgen-Gymnasium und anderen Schulen machten sich am Dienstag Lehrerdelegationen auf zur „Didacta“, der größten Bildungsmesse der Welt. Frische Ideen in Pädagogik und Didaktik können die Lehrkräfte gut gebrauchen. Denn die Bildung wird digital und die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium bietet neue Chancen. Nicht nur Matthias Lippert, Schulleiter des RöGy, hat deshalb einen großen Wunsch: „Digitalisierung und Verbraucherbildung gehören in die Schule, im Idealfall als eigenes Unterrichtsfach.“

 Als im März 2018 die schwarz-gelbe Landesregierung nach viel Kritik am Turbo-Abi den Gymnasien die Rückkehr zu G 9 freistellte, kamen die vier Schulen in Remscheid überein: Alle würden zur alten Schulzeit zurückkehren. Und damit zu einer Schule, die den Schülern bis zum Abitur mehr Basiswissen in den Kernfächern vermittelt und Zeit lässt, um die eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

Für Lippert, Lehrer für Mathematik und Physik, reift die insbesondere im musisch-künstlerischen Bereich. „Die Jugendlichen brauchen Zeit“, sagt er. Ein vertieftes Grundwissen, das die Schule in der Sekundarstufe I vermittle, werde zudem den späteren Arbeitgebern gefallen, glaubt er. „Die Schulen bekommen ja häufig die Rückmeldung, dass sie ihre Absolventen nicht gut auf das Berufsleben vorbereiten.“

Auf größere Freiheiten zur persönlichen Reifung setzt auch Rainer Schulz, Leiter des EMA-Gymnasiums. „Wir haben mit der Rückkehr zu G 9 die Chance, individuelles Lernen stärker zu fördern und projektbezogen zu arbeiten.“

83 aktuelle Fünftklässler werden am GBG ab 28. August als Sechstklässler in der Erprobungsstufe 5/6 zu G 9 zurückkehren. Die Stundentafel ist am Gertrud-Bäumer in Arbeit. Sie sieht in der Sek. 1 insgesamt 180 Stunden vor, was von der Klasse 5 bis 10 im Schnitt auf 30 Wochenstunden (plus acht Ergänzungsstunden) hinausläuft. Am GBG sollen es in der 5/6 zwischen 28 und 30 Wochenstunden sein, in der 7-10 zwischen 30 und 33. Weitere Änderung durch G 9: Die zweite Fremdsprache mit Französisch oder Latein setzt statt in der Stufe 6 in der 7 ein. Die dafür freiwerdenden vier Stunden nutzt das GBG in der 5/6 zur Stärkung der Hauptfächer Deutsch, Englisch und Mathe. Die neue Stundentafel sieht informatische Grundbildung vor, ein Fach, das es am GBG schon als informations-technologische Grundbildung (ITG) gibt.

Auch am Leibniz wird die Rückkehr zu G 9 akribisch geplant. Schulleiter Thomas Giebisch sieht kein Problem darin, an Unterrichtsstunden festzuhalten, die 67,5 Minuten dauern. Nach 45 Minuten ist die Schulstunde bereits in vielen anderen Schulen vorbei. „Das kriegen wir hin, der Ausgleich erfolgt über die Ergänzungsstunden“, erklärt Giebisch.

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