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Remscheid: Gut 35 Prozent nutzen Notbetreuung

Kindertagesstätten in Remscheid : Gut 35 Prozent nutzen Notbetreuung

Obwohl die Kindertagesstätten ebenfalls vom zweiten Lockdown betroffen sind, herrscht dort reger Betrieb. Nach Angaben von Sozialdezernent Thomas Neuhaus nutzen derzeit durchschnittlich 35 bis 40 Prozent der Kinder die Notbetreuung in den städtischen Kitas.

Am vergangenen Donnerstag waren es mit 492 von 1437 Kindern 34 Prozent. „Wir haben sogar rund 50 Prozent der Kinder hier, das ist für uns Mitarbeiter schon ein komisches Gefühl, weil alle privat versuchen sollen, so wenig Kontakte wie möglich zu haben“, sagt Heike Schmidt als Leiterin der Kindertageseinrichtung Vieringhausen.

Seit dem 11. Dezember lautet der Appell von NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP), Kinder aufgrund der Situation um das Coronavirus zu Hause zu betreuen, anstatt sie in die jeweilige Kindertageseinrichtung zu schicken. Seit dem
14. Dezember sind die Kitas nur noch im Notbetrieb. Das bedeutet, dass Eltern ihre Kinder, wenn sie keine andere Alternative haben, weiterhin im Kindergarten betreuen lassen können. Das wird laut den neusten Verordnungen auch noch bis mindestens zum 14. Februar andauern.

Die genaue Auslastung der Kitas hänge stark vom Einzugsgebiet ab, erklärt Peter Nowack, Leiter der Abteilung Kindertageseinrichtungen bei der Stadt. In die städtische Kita Remscheider Straße seien am Donnerstag nur etwa 12,5 Prozent gegangen, und damit drei von 24 Kindern. Die Kita an der Lüttringhauser Straße hingegen betreue täglich etwa 49 von 86 Kindern. Das entspricht 57 Prozent.

Die Zahlen schwanken täglich, weil einige Eltern ihre Kinder nur tageweise in die Einrichtungen bringen, dennoch bleiben sie grundsätzlich ähnlich. Aber: „Bei um die 60 Prozent kann man nicht mehr von Lockdown sprechen“, ist dem Amtsleiter bewusst. Doch wenn in eine Einrichtung viele Kinder berufstätiger Eltern gar mit systemrelevanten Berufen gehen, gebe es keine andere Möglichkeit. Dort, wo sehr viele Kinder die Kita besuchen, werde deshalb die Betreuungszeit um zehn Stunden gekürzt. Denn nur so könnten die einzelnen Gruppen scharf getrennt werden – ohne, dass ein Personalmangel entsteht. In den anderen Einrichtungen stehe den Eltern weiterhin die volle Betreuungszeit zur Verfügung. „Die Eltern entscheiden, ob sie Betreuungsbedarf haben“, erklärt Nowack. Ein Grund müsse nicht mehr angegeben werden. „Wenn wir mit den Eltern diskutieren, ob es notwendig ist oder nicht, verspielen wir unser Vertrauen, deshalb ist es sinnlos.“

„Die Eltern und die Kitas tun das, was in ihrem Rahmen möglich ist. Die durchschnittlichen Zahlen zeigen, dass die Eltern gewillt sind, ihre Kinder zu Hause zu lassen“, betont Marco Marquard, Vorsitzender des Jugendamtselternbeirates. Wichtig sei, dass Eltern und Einrichtung miteinander ins Gespräch kommen, so könne auch für diejenigen eine Lösung gefunden werden, die etwa Homeoffice, Homeschooling und die Betreuung eines Kindes unter einen Hut bekommen müssten.

Auch für die Erzieher ist die Herausforderung groß. Neben der Betreuung der Kinder vor Ort, sei es auch wichtig, an die zu Hause zu denken, sagt Heike Schmidt. Dafür haben sie Überraschungstüten mit Rätseln oder Ausmalbildern gefüllt.