1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Remscheid: Gericht verwirft Berufung - Fahrverbot für Bauarbeiter

Unfall in Remscheid : Gericht verwirft Berufung – Fahrverbot für Bauarbeiter

Gleich drei wartende Autos schob er auf der Burger Straße (Höhe Berghauser Straße) vor sich zusammen. Sein Mercedes-Transporter zeigte deutliche Kampfspuren und der unaufmerksame Fahrer, ein Bauarbeiter aus Hagen, wurde vom Amtsgericht neben einer Geldstrafe zu einem Monat Fahrverbot verurteilt.

Denn das Problem bei dem „Bagatell-Unfall“, wie ihn sein Rechtsanwalt nannte, waren die Verletzungen bei den anderen Fahrern. Eine Fahrerin beklagte ein HWS-Syndrom (schmerzhafte Überdehnung eines Nackenwirbels) und eine Prellung der Brustwirbelsäule, ein anderer Fahrer wurde vorsichtshalber von der Ambulanz ins Krankenhaus gefahren, konnte aber schnell entlassen werden.

Den Unfallverursacher schmerzte hauptsächlich das Fahrverbot, deshalb hatte er es nach einem Strafbefehl erst auf den Prozess am Amtsgericht und jetzt auf die Berufung am Landgericht Wuppertal ankommen lassen.

Zwischen 30.000 und 60.000 Kilometer ist er als Einzelkämpfer im Jahr unterwegs, hauptsächlich zu Baustellen im Bergischen, aber auch zu Montagearbeiten bis tief in den Süden der Republik. Und bei diesen Fahrten fiel er schon mehrmals auf, so dass seine Eintragungen im Verkehrszentralregister das Landgericht zum Grübeln brachten: Geschwindigkeitsübertretungen auf Landstraße und Autobahn, knapp über der Schmerzgrenze von 20 km/h, hatten Geldstrafen zur Folge. Unter genauere Betrachtung aber gerieten drei Verstöße gegen das Handyverbot am Steuer und eine Tankstellensuche auf dem Navigationsgerät, die der Autobahnpolizei nicht geschmeckt hatten.

  • In Höhe des Lärchenwegs wollte ein
    Mann und Hund kamen ums Leben : Prozessstart nach tödlichem Unfall auf Kaldenhausener Straße
  • Die Polizei stellte die Führerscheine der
    Hückeswagener schwer verletzt : „Kleines Rennen“ endet mit schwerem Unfall
  • Foto: Peter Meuter / Solingen, Burger
    Burger Landstraße in Solingen : Bürger sammeln Unterschriften für Blitzer

Was nun, wie das Gericht überlegte, wenn der Auffahrunfall auf der Burger Straße durch etwas Ähnliches verursacht worden wäre? Genau das war damals nicht weiter überprüft worden, der Unglücksfahrer hatte angegeben, durch ein lautes Geräusch auf der Ladefläche abgelenkt worden zu sein.

Ablenkung also auf jeden Fall, und auch die Entschuldigung, dass er schlecht höre und die Freisprecheinrichtung nicht immer ausreiche, kehrten sich gegen ihn. Es stehe zu befürchten, dass man in mangelnder Hörfähigkeit entscheidende Einschränkungen der Fahrtauglichkeit erkennen könne – so der Richter.

Da auch in einem anderen Verfahren bereits ein Fahrverbot angeordnet worden war, sah das Gericht eher wenig Milderungsgründe und verwarf die Berufung.