1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Remscheid: Geräuschlose Übernahme der BAF-Mitarbeiter

Flüchtlingshilfe in Remscheid : Geräuschlose Übernahme

96 BAF-Mitarbeiter haben Arbeitsverträge mit der Stadt geschlossen.

Quasi über Nacht erhielt die Stadtverwaltung am 1. August rund hundert neue Mitarbeiter. Sie alle waren zuvor im Verein Begegnen, Annehmen, Fördern (BAF) beschäftigt und kümmerten sich um die Flüchtlinge, die Remscheid zugewiesen worden waren. Diese Aufgabe nehmen sie weiter wahr. „Wir haben alle, die wollten, übernommen“, sagt Gebäudemanager Thomas Judt, der den Übergang koordiniert hat.

Dieser wurde nötig, weil es im Vorstand von BAF erhebliche Differenzen gegeben hatte. Er sei nicht mehr handlungsfähig gewesen, begründete Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) im März seine Empfehlung für das Job-Angebot. Dies führte nach Jahren des Stellenabbaus in der Verwaltung zu kontroversen Debatten. Insbesondere die CDU-Ratsfraktion signalisierte erheblichen Informationsbedarf.

So kontrovers die Diskussion geführt wurde, so geräuschlos ging die Übernahme über die Bühne. Allerdings musste Judt Abläufe neu organisieren. „Ein Grund ist die Pausenregelung im öffentlichen Dienst. Die Hausmeister in den Flüchtlingsunterkünften müssen die Gelegenheit haben, die Einrichtung während ihres Dienstes für 30 Minuten zu verlassen.“ Und so kommen nun Mitarbeiter zum Einsatz, die kreuz und quer durch Remscheid fahren, um die acht Flüchtlingsunterkünfte und die Notschlafstelle an der Schüttendelle anzusteuern.

Sie lösen während ihrer Touren für 30 Minuten die dortigen Hausmeister ab und erledigen dabei Boten- und Postdienste. Die Kollegen sind auch nachts im Einsatz, weil in den Heimen 24 Stunden lang ein Ansprechpartner vorgehalten wird. Dabei greift die Stadt auch auf geringfügig Beschäftigte zurück. Insgesamt 96 neue Arbeitsverträge wurden geschlossen. „Das hat erheblichen Aufwand mit sich gebracht. Mit jedem Einzelnen wurden Gespräche geführt“, sagt der Personalchef des Rathauses, Jörg Biermann. Zu den Hausmeistern gesellen sich Sozialarbeiter, Verwaltungskräfte und Handwerker. Diese sind dafür zuständig, Möbel aufzuarbeiten und für das Inventar in Flüchtlingseinrichtungen und Wohnungen zu sorgen. Die Handwerker sollen bei Bedarf auch andere Arbeiten bei der Stadt wahrnehmen, wenn dies zeitlich möglich ist. Es gelte, Synergien zu nutzen, so Judt.

(Boll)