Remscheid: Geplante Ladesäule sorgt weiter für Diskussionen

Politik in Remscheid : Geplante Ladesäule sorgt weiter für Diskussionen

E-Mobilität muss gefördert werden. Darin sind sich alle einig. In Lüttringhausen sorgt aber ein geeigneter Standort für eine öffentliche Ladesäule für Diskussion.

Die ansässigen Einzelhändler legten mit Unterstützung des Marketingrates Lüttringhausen gegen den Beschluss der Bezirksvertretung (BV) vom Anfang des Jahres Beschwerde ein.

Würde die E-Tankstelle von der EWR, wie in der Vorlage beschrieben, auf dem kleinen Parkplatz zwischen Bäckerei und Metzgerei aufgestellt, würden wichtige Kundenparkplätze wegfallen. Die Einwände fanden die Lokalpolitiker nachvollziehbar. Viele kämen direkt von Zuhause und bräuchten ihren Wagen beim Einkaufen nicht direkt wieder zu laden, betonte Bernhard Ruthenberg (Grüne) in der jüngsten Sitzung. Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller sieht die Ladesäule derzeit eher als Marketingeffekt. Von den rund 60.000 registrierten Fahrzeugen in der Stadt fahren 61 mit reinem Elektroantrieb und 77 mit einer Hybrid-Technik. Das sind 0,02 Prozent. Das sei nur ein geringer Anteil, sagte Stuhlmüller. Er bezweifle einen positiven Werbeeffekt für Elektromobilität, würde man doch die Verbrennungsmotorennutzer durch das Blockieren der Parkplätze verärgern.

„Es ist in der Tat noch sehr wenig. Aber der Anteil wächst kontinuierlich“, erklärte Monika Meves vom Fachdienst Umwelt. Von 2017 auf 2018 habe es einen Anstieg an E-Fahrzeugen um 75 Prozent gegeben. Den Vorschlag der Geschäftsleute, die Integration der zwei vorgesehenen Parkplätze für E-Autos hinter das Rathaus zu verlegen, sei geprüft worden, ergänzte Meves. Allerdings sei der Standort für die EWR keine Alternative, da hierfür Tiefbauarbeiten zur Verlegung der entsprechenden Anschlussleitungen mit hohen Kosten nötig wären.

Stattdessen unterbreitete Meves einen Plan B, dass an der Gertenbachstraße in Höhe der Hausnummer 34 auch die Sonderparkplätze mit der geltenden Parkzeitregelung eingerichtet werden. Doch auch hier äußerten die Gremiumsmitglieder Bedenken. „Vielleicht fangen wir uns da das nächste Problem ein“, sagte Stuhlmüller. Das letzte Mal habe man zu schnell entschieden. Nun wolle man sich Zeit zum Nachdenken nehmen. Zudem will er den Vorschlag von Bezirkspolizist Ralf Bäcker aufnehmen und noch einmal mit dem Discounter Aldi sprechen, ob dieser nicht zwei Stellflächen dafür zur Verfügung stellt. Viel Hoffnung habe er aber nicht.

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