Remscheid: Gemeinsam an einem Strang ziehen

Politik in Remscheid: Gemeinsam an einem Strang ziehen

Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT) sieht dringenden Handlungsbedarf in Remscheid und schlägt die zeitgleiche Prüfung aller möglichen Gewerbeflächen in der Seestadt auf dem Berge vor.

Remscheid braucht eine Vision, die die Stadt entwickeln kann. Das ist die Überzeugung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU – kurz MIT. Beim Kick-off-Workshop im Schützenhaus haben sich Mitglieder und unterschiedliche Remscheider Unternehmer zusammengesetzt, um Ziele zur heimischen Standortentwicklung zu formulieren. Diese Ziele bilden den Grundstock für die Aktivitäten von MIT in den kommenden zwei Jahren.

Als wichtig kristallisierten sich dabei vier Themenbereiche heraus: Dabei ging es neben den kommunalen Finanzen und der Gewinnung von Fachkräften auch um die Bereiche Digitalisierung und Gewerbegebiet. „Seit 20 Jahren reden wir über die gleichen Themen. Wir müssen jetzt mal zum Ende kommen“, sagte der MIT-Vorsitzende Alexander Lampe beim Pressegespräch.

Zum Ende kommen heiße, Lösungen und Ergebnisse zu erzielen – gemeinsam erreicht von Politik und Wirtschaft, ergänzte Lampe. Die Plattform für den Austausch zu schaffen, sei das Ziel, das sich MIT gesetzt hat. Gerade mit Blick auf die Abwanderung von Unternehmen in Nachbarstädte wie Hückeswagen oder Wermelskirchen müsse dringend in Sachen Gewerbegebiete reagiert werden, betonte Schatzmeister Ralf Hesse. Das sei für Remscheid ein „Armutszeugnis“.

In den nächsten fünf Jahren müsse etwas sichtbar passieren und geregelt sein, um dem Bedarf der Wirtschaft an Raum gerecht zu werden, sagte Lampe. Statt nur das Gewerbegebiet „Gleisdreieck“ in Bergisch Born zu prüfen, müsse deshalb parallel auch die Prüfung von den Flächen an der Blume sowie der Erdbeerfelder erfolgen, betonten die MIT-Vorstandsmitglieder. Mit diesem Vorschlag beschäftige man sich auch parteiintern, erklärte Lampe. Der Vorschlag beinhalte einen lösungsorientierten Ansatz und verhindere, dass sich die Parteien gegeneinander ausspielen können. Vielmehr solle man gemeinsam an einem Strang ziehen.

Denn die vier Themenbereiche aus der Kick-off-Veranstaltung greifen ineinander. Wenn Unternehmen den Fachkräften keine Perspektiven bieten können, würden auch diese abwandern. Fehlende Perspektiven werden aber nicht nur durch mangelnden Raum zur Firmenerweiterung erzeugt. Auch der langsame Fortschritt der Digitalisierung in der Stadt ist ein Problem. „Eine digitale Strategie haben wir in Remscheid nicht“, benannte Dr. Peter Dültgen, MIT-Beisitzer, die Schwäche.

Der Breitbandausbau sei zwar ein strukturelles Thema, werde aber von vielen Firmen vorausgesetzt. Außerdem fehle eine öffentliche Anlaufstelle für Gründer, wenn gleich die private Gründerschmiede wertvolle Arbeit leiste. Eine gute Möglichkeit für die Vernetzung der alteingesessenen Firmen und jungen Menschen aus der Start-up-Szene seien – ähnlich wie in anderen Städten – digitale Lotsen. Die Stadt brauche mehr Experten auf dem Gebiet der Digitalisierung. „Einfach mal machen“, sagte Dültgen und nannte Solingen mit der Entwicklung als 3 D-Netzwerk-Standort als gutes Beispiel. Um den Anschluss nicht zu verlieren, müsse die Stadt investieren. Remscheid habe nur die Industrie und müsse sich zu dieser bekennen, forderte Alexander Lampe.

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