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Remscheid: Gelungenes Finale des Löwenfestivals

Remscheider Löwenfestival : Gelungenes Konzert-Finale

Zum Abschluss des Löwenfestivals überzeugte die „Soul Food Company“ auf dem Rathausplatz. Die Besucherzahlen waren insgesamt allerdings nicht wie erhofft.

Die Sonne scheint mit voller Kraft, als am Donnerstagabend die elfköpfige Combo der „Soul Food Company“ die Bühne betritt. Gut gelaunt werden sie von zahlreichen Festival-Fans begrüßt, die sich auf dem Rathausplatz eingefunden haben – willens, den letzten Festival-Tag auszukosten. In den Bierwagen laufen die Servicekräfte bereits auf Arbeitstemperatur. Das Bier wird im Sekundentakt gezapft, auch die hübsch verzierten Cocktails, die bei den sommerlichen Temperaturen besonders gut munden, gehen in Windeseile über die Theke. Der Duft von allerhand essbaren Leckereien schwebt in der Luft und die Menschen stehen beseelt beisammen, plaudern und tippen fast unbewusst zum Takt der Musik.

Wie drei Grazien treten die drei angekündigten Soul-Queens nach vorne vor ihren Bandkollegen mit den lauten Trompeten, Saxofons, Gitarren, Drums und Keyboards und beginnen ihre erklärte „Mission to fun(k)!“ Gänsehaut erregend sind vor allem ihre mehrstimmigen Gesangseinlagen, die sich voluminös, kräftig und gleichzeitig geschmeidig und umarmend in die Gehörgänge der Besucher schlängeln. Die Gäste werden mutiger, vor der Bühne gibt es die ersten Tanzeinlagen. Die Kinder sind gänzlich in ihrem Element und lassen sich von den fesselnden Rhythmen der Soul- und Funkmusik treiben.

 Festival-Organisator Maximilian Süss war mit den Besucherzahlen nicht durchweg zufrieden.
Festival-Organisator Maximilian Süss war mit den Besucherzahlen nicht durchweg zufrieden. Foto: Jürgen Moll
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Der 80er-Jahre Klassiker „Ain’t nobody“ der großartigen Chaka Khan erklingt, eingeleitet durch ein fabelhaftes und anspruchsvolles A-Capella-Solo einer der Soul-Queens. Und plötzlich fallen vereinzelte Regentropfen vom Himmel. Die Besucher blicken mürrisch zum Himmel, niemand aber erweckt nur ansatzweise den Anschein, den Platz verlassen zu wollen. Eine gute Entscheidung. Die „Soul Food Company“ singt die Wolken weg und gibt den Blick frei auf einen wunderschönen Regenbogen über das Allee-Center.

Einen solch versöhnlichen Abschluss hatte sich auch Maximilian Süss gewünscht. Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause und etlichen Alternativveranstaltungen via Streaming und im kleinen Rahmen freute er sich vor den Sommerferien noch riesig über den Neustart seines Löwenfestivals. Auch die Künstler und Bands waren nach der Flaute der vergangenen Jahre sprichwörtlich heiß darauf, endlich wieder auf der Bühne zu stehen. Doch an den Erfolg von 2019 konnte das diesjährige Löwenfestival offenkundig nicht mithalten, stellt Süss beim großen Finale klar.

Schätzungsweise 6000 bis 7000 Besucher zählte das Löwenfestival 2022 mit insgesamt sechs Konzerttagen. „Diese Anzahl erreichen wir sonst normalerweise an zwei Tagen“, sagt Süss. Grund für die vergleichsweise geringere Besucherzahl sieht Süss zum einen an den bergischen Wetterkapriolen, die gefühlt immer dann einschlugen, wenn das Löwenfestival anstand. „Von sechs Tagen waren dreieinhalb nicht gut, und an schönen Tagen waren die Leute vielleicht auch etwas zurückhaltender“, sagt der Veranstalter. Nach den langen Corona-Maßnahmen, glaubt er, seien noch nicht alle bereit, sich wieder unter großen Menschenmengen zu mischen. „Zudem haben in diesem Jahr sehr viele die Möglichkeit genutzt, endlich wieder in den Urlaub zu fahren.“

Anknüpfen an den Erfolg des Löwenfestivals 2019 konnte die Reihe in diesem Jahr also nicht. Wichtig war es für Süss dennoch. „Es war ein guter Anstupser, zurück zur Normalität.“ Ob er im nächsten Jahr erneut das Festival ausrichten wird, liege nicht in seiner Hand, sagt Süss. „Die Stadt wird die Veranstaltung neu ausschreiben. Wenn die Rahmenbedingungen für uns passen, haben wir Bock, weiterzumachen.“