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Remscheid: Geldautomat in Lennep gesprengt

Ziel lag diesmal in Remscheid-Lennep : Diebe sprengen erneut Geldautomaten

Remscheid ist zum Ziel von Räubern geworden, die es auf freistehende Geldautomaten der Sparkasse abgesehen haben. In der Nacht zum Montag schlugen sie in Hackenberg zu. Mitte Oktober war der Tatort Lüttringhausen gewesen.

Mit einem lauten Knall wurden die Anwohner am Henkelshof in der Nacht zu Montag aus dem Schlaf gerissen. Gegen zwei Uhr wurde an der Hackenberger Straße 103 kurz vor der Kreuzung  Hans-Potyka-Straße ein Geldautomat der Sparkasse gesprengt. Dabei wurde auch das sich im selben Gebäude befindliche Büro der Provinzial-Versicherung beschädigt, in dessen Vorraum der Geldautomat steht. Die Detonation wirbelte Glasscherben in die Räume, riss Möbel und Computer um. Auch an in der Nähe geparkten Fahrzeugen entstand ein Schaden.

Die Polizei fahndete intensiv nach den Tätern und setzte dabei auch einen Hubschrauber ein. Auch zahlreiche Streifenwagen seien an der Suche beteiligt gewesen, sagte Polizeisprecher Stefan Weiand.  Bislang allerdings ohne Erfolg. Zeugen berichteten von zwei bis drei maskierten Personen, die mit einem „vermutlich hoch motorisierten, dunklen Fahrzeug“ vom Tatort geflüchtet seien.

Bis die Experten unter anderem von der Spurensicherung der Polizei den Ort der Sprengung genauer untersuchen konnten, vergingen einige Stunden. Statiker überprüften zunächst, ob das Gebäude einsturzgefährdet war. Darum konnte Weiand am Mittag noch keine Aussage dazu machen. ob die Täter tatsächlich Geld erbeuteten .

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Bereits vor gut einer Woche war am 15. Oktober in Lüttringhausen ein freistehender Geldautomat der Sparkasse gesprengt worden. Auch dort riss eine Detonation die Anwohner nachts aus dem Schlaf, der Sachschaden war immens. Ob es sich um die selben Täter handele, sei schwer zu sagen, sagte Weyand. Genau wisse man das meist erst dann, wenn die Täter gefasst würden.

Die Polizei hofft nun auf weitere Zeugen, die in der Nacht die flüchtenden Täter und deren Fahrzeug beobachtet haben und genauere Angaben etwa zum Fluchtwagen machen können.  Weiterhelfen könnten aber auch  Beobachtungen aus den Tagen davor, an denen die Täter das Objekt möglicherweise ausgespäht haben, sagte der Polizeisprecher.

Unverletzt blieb laut Sparkassensprecher Thomas Wingenbach eine frühere Sparkassenmitarbeiterin, die im Untergeschoss des Gebäudes wohnt, das sich im Besitz der Sparkasse befindet. Sie berichtete von Rissen in der Decke ihre Wohnung.

Zur Frage, ob, und wenn ja, wie viel Geld die Diebe bei der Sprengung erbeuteten, wollte sich Wingenbach im Gespräch mit der Redaktion nicht äußern.  Die Sparkasse passe ihre Systeme immer wieder neu auf mögliche Angriffe und Manipulationsversuche an, sagte Wingenbach. Einen „hundertprozentigen Schutz“ gegen ein solches Vorgehen gebe es aber nicht. Festzustellen sei auf jeden Fall, dass die Täter bei ihrem Vorgehen „immer rücksichtsloser werden“, sagte der Sparkassensprecher.

Laut Wingenbach spielen die 24 Stunden am Tag  zugänglichen Geldautomaten  für die Bargeldversorgung der Kunden im gesamten Stadtgebiet noch eine wichtige Rolle. Durch das Corona-Virus habe die Möglichkeit des kontaktlosen Geldabhebens noch mal eine andere Bedeutung bekomme.  Daher sei es aus seiner Sicht schwer vorstellbar, dass die Sparkasse in Zukunft auf solche Standorte verzichtet.

Ein Bild der Lage verschaffte sich gegen sieben Uhr auch Michael Berg, Leiter der Provinzial-Geschäftsstelle, die in Hackenberg eine Zweigstelle mit vier Mitarbeitern betreibt. Über die betriebsinterne Whats-App-Gruppe hatte ihm am frühen Morgen ein Kollege Fotos vom gesprengten Eingangsbereich zugeschickt. Auch Berg musste erst den Besuch der Statiker abwarten, bis er den Schaden genauer inspizieren konnte. Wichtig sei, dass niemand verletzt worden sei, sagte Berg. Die Kollegen wurden nach Radevormwald beordert. Dort hat die Provinzial  größere Büroflächen.

(red)