Remscheid: Geburtshaus von Wilhelm Conrad Röntgen wird eröffnet

Museum in Remscheid : Röntgen-Geburtshaus wird eröffnet

Am 27. März öffnet das Museum im Lenneper Geburtshaus von Wilhelm Conrad Röntgen. Das Gebäude ist fantastisch restauriert worden. Rund 1,3 Millionen Euro hat das bis heute gekostet. Die Gewerke sind anspruchsvoll ausgeführt.

Am 27. März würde Wilhelm Conrad Röntgen 174 Jahre alt. Deutsche Röntgen-Gesellschaft und Geburtshaus-Stiftung werden das nutzen, um den öffentlichen Teil des Geburtshauses offiziell zu eröffnen. Damit schließt die etwa siebenjährige Geschichte des Umbaus. In die Restaurierung des denkmalgeschützten Hauses ist kein Cent an öffentlichen Geldern geflossen – alles ist fremdfinanziert, stammt aus Spenden und Zuschüssen.

Rund 1,3 Millionen Euro hat das bis heute gekostet – eine halbe Million mehr als kalkuliert. Dafür sind die Gewerke sehr anspruchsvoll ausgeführt. Es gibt insbesondere oben traditionellen Lehmputz an Decken und Wänden, erläutert Architektin Sophie Welke. Auf Parterre gibt es Fußboden-, oben verdeckte Wandheizungen. Dank der Hilfe von Paten kamen 60.000 Euro für traditionell konzipierte Eichenfenster zusammen.

Dr. Uwe Busch, der vom Röntgen-Museum aus ab und an ein Auge aufs Geburtshaus wirft, sieht sich bislang bestätigt in der Marschroute, es lieber richtig oder gar nicht anzugehen. „Wir machen das langsam und vernünftig.“ Und mit der nichtöffentlichen Einweihung möchten Eigentümer und Träger den Spendern beweisen, dass ihr Geld bislang sinnvoll verwendet worden ist.

Am Freitag war der Ausstellungs- und Museumsspezialist Dr. Ulrich Hermanns (Münster) wegen der Informationstafeln und Vitrinen vor Ort. Fast alles wird unterfahrbar sein, also für Rollstuhlfahrer geeignet, zeigt Innenarchitektin Nina Biskup mehrere Beispiele. Die Diplom-Ingenieurin weist darauf hin, dass Audioversionen sowie Gebärdensprache vorgesehen sind.

Auf Parterre rechts ist die Schatzkammer. Hier ist der Boden aus klimatischen Gründen gefliest, denn in einer großen Vitrine – optisch und alarmtechnisch gesichert wie alles im Haus – werden echte Dokumente gezeigt, etwa die Hand von Gattin Anna Bertha oder die Aufnahme seines Jagdgewehrs. Anders als im Museum gehen die Exponate im Geburtshaus eher an Herz und Emotion. So wird auch eine Büste Röntgens des berühmten Bildhauers Reinhold Felderhoff zu sehen sein. Der gestaltete 1898/99 ein Sitzbildnis Röntgens auf der Potsdamer Brücke. Im Vorfeld entstand die Büste. Zu sehen sind unter anderem 30 Originaldokumente, darunter der Briefwechsel mit dem Lenneper Bürgermeister, in dem dieser sich noch einmal versichert, dass es sich um den richtigen Wilhelm Conrad Röntgen handelt, den in Lennep geborenen.

Es wird ein Modell des Geburtshauses geben, einen alten Reisepass, die Geburtsurkunde und vieles andere mehr. Was bislang nicht vorhanden ist, sind fotografische Aufnahmen vom Inneren des Hauses. Weshalb Architektin Sophie Welke auf ihre Erfahrung zurückgriff, nicht auf Original-Ansichten. Wer Gesellschaft und Stiftung welche zur Verfügung stellen kann: Röntgen-Museum, Telefon 0 21 91 / 16-3384. Bis zum 27. März 2020 – dem 175. Geburtstag – werden auch die Räume in den Obergeschossen fertig: Tagungsraum, Bibliothek und vorübergehende Schlaf- und Arbeitsstätte für potenzielle Studierende.