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Remscheid: Gebäude der Deutschen Bank in Lennep ist verkauft

Gebäude der Deutschen Bank in Lennep verkauft : Hoffnungsschimmer für die Altstadt

Das ehemalige Gebäude der Deutschen Bank in Lennep hat eine neue Besitzerin gefunden. Nach Vorstellung von Bauingenieurin Corinna Vorwerk könnten im Erdgeschoss Café, Bäckerei und Feinkostladen einziehen.

Lange fristete das schöne altbergische Fachwerkhaus am Eingang zur Lenneper Altstadt ein mehr als tristes Dasein. Seit dem Auszug der Deutschen-Bank-Filiale vor drei Jahren stand das Gebäude an der Kölner Straße 36 leer.

Nun aber keimt Hoffnung auf, denn das mit schwarzen Schiefern verkleidete Haus ist seit geraumer Zeit eingerüstet. Tatsächlich hat die Lenneper Bauingenieurin Corinna Vorwerk das 1890 erbaute Objekt vor wenigen Tagen erworben. „Ein kleines Schmuckstück“, schwärmt die neue Besitzerin. Es sei, trotz seines Alters und relativ langen Leerstands, gut in Schuss. „Das Erdgeschoss, wo die alte Bankfiliale war, ist sehr gut erhalten. Das Holzwerk des Hauses ist allerdings stark beschädigt, das muss neu gemacht werden“, berichtet Vorwerk.

Dass sich vor ihr drei Jahre lang keiner an das Gebäude gewagt habe, könnte am Denkmalschutz liegen, unter dem das Haus seit 1982 steht. Für die Fachfrau, die unter anderem über zehn Jahre lang die Sanierung der Lenneper Stadtkirche begleitet hat und die durch ihre berufliche Tätigkeit stets konstruktiv mit der Remscheider Denkmalbehörde zusammengearbeitet hat, sind die Vorgaben aber kein Problem. Sie hat auch schon konkrete Vorstellungen, was mit dem „Schmuckstück“ passieren soll: Das Objekt soll einer Mischnutzung aus Wohn- und Gewerbefläche zugeführt werden.

Insgesamt hält die zweigeschossige Immobilie im bergischen Dreiklang und mit herrschaftlichen Treppenaufgang rund und 1000 Quadratmeter Fläche vor. Davon möchte Vorwerk gut die Hälfte im Ober- und Dachgeschoss in Wohnfläche verwandeln. Auf den gut 500 Quadratmetern im Erdgeschoss könnten, nach Vorwerks jetzigen Vorstellungen, ein Café einziehen, ein Käse- oder Feinkostgeschäft mit regionalen Produkten sowie eine Bäckerei. „Meine Intention ist es, das Innere ähnlich wie das Lütter Center aufzubauen.“ Eine Bäckerei könnte sie sich gut vorstellen, „denn davon haben wir ja keine mehr in der Altstadt“. Der Außenbereich vor und hinter dem Haus könnte als Außengastronomie genutzt werden. „Schön ist, dass wir auch Parkflächen haben, die in Lennep ja eher rar gesät sind.“

Besonders angetan ist Corinna Vorwerk aber von einer alten erhaltenen Kaminanlage sowie dem großzügigen Gewölbekeller, mit einer Höhe von bis zu drei Metern im Spitzbogen. In diesen alten Gemäuern könnte sich Vorwerk Wein- oder Whisky-Tastings von privaten Weinhändlern vorstellen.

Bis es jedoch die ersten Mieter einziehen und der erste Kaffee im Haus getrunken werden kann, muss das Gebäude entkernt und saniert werden. Die Bauingenieurin rechnet mit etwa zwei Jahren und hofft, dass bis dahin auch das geplante Designer Outlet Center (DOC) in unmittelbarer Nachbarschaft soweit Formen angenommen hat: „Ich finde, dass DOC sehr positiv. Es wird die Altstadt, die von dort aus fußläufig zu erreichen ist, auf jeden Fall beleben.“ Und vom DOC seien es über den Rosengarten nur eine Minute Fußweg.