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Remscheid: Für „Intertoys“ ist Ende Januar Schluss

Alleestraße : Für „Intertoys“ ist Ende Januar Schluss

Der Spielwarenladen „Intertoys“ an der Alleestraße schließt Ende Januar. Andere Geschäfte in der Innenstadt geben nicht auf, obwohl der Wettbewerb härter wird. Ralf Wieber von der ISG Alleestraße bleibt optimistisch.

Fast 15 Jahre hat Helena Dietrich Kinderaugen leuchten lassen und Eltern beraten, wie sie die Kleinen zum Geburtstag oder Weihnachten wunschlos glücklich machen können. Seit der Öffnung des Spielwarengeschäfts „Intertoys“ an der Alleestraße war sie die gute Seele des Geschäfts, hat sich als Filialleiterin um Mitarbeiter und Kunden gekümmert und den Spielzeugmarkt genau im Auge behalten. Ende Januar ist damit Schluss.

„Intertoys“ gibt das Geschäft auf. Das liegt nicht an Remscheid, sondern daran, dass das niederländische Unternehmen deutschlandweit seine Filialen schließt. Und auch, wenn Dietrich traurig ist, dass nach fast 15 Jahren Schluss ist, zeigt die Filialleiterin Verständnis. „Es lief einfach nicht mehr“, sagt sie und fügt hinzu: „Intertoys war immer ein fairer Arbeitgeber. Aber in den letzten drei Jahren waren die Zahlen einfach katastrophal.“ Spielzeug – das sei kein einfacher Markt. Im Geschäft werde viel ausprobiert, angesehen und gespielt. Gekauft werde das Spielzeug online. Als Beispiel nennt sie Lego, was vor Ort gerne angesehen wird. „Wir sind an feste Preise gebunden – aber bei Amazon kostet es dann einfach zehn Euro weniger. Da kann ich auch die Eltern verstehen, die da zugreifen. Ich finde, da sollte die Politik etwas tun“, sagt Dietrich.

Remscheid verliert damit den letzten Spielzeugladen im Stadtgebiet. Gleichzeitig kommt die Sorge auf, dass der Geschäftsschwund an der unteren Alleestraße langsam aber sicher weiter nach oben wandert. Gleich neben „Intertoys“ hat das Geschäft „Betten Gebers“ schon gemerkt, dass die Gerüchteküche brodelt. Seit bekannt wurde, dass das Spielzeuggeschäft schließt, heißt es auch immer wieder, dass es nebenan auch nicht weitergehen würde. Und tatsächlich: In den Schaufenstern wird eine große Rabattaktion angekündigt. Allerdings nicht, weil auch hier geschlossen werden soll, sondern um das Geschäft vor der bevorstehenden Inventur möglichst leer zu machen. Danach geht’s weiter. „Unser Mietvertrag läuft noch zwei Jahre weiter. Und auch dann haben wir nicht vor, zu schließen“, sagt Christian Michel. Er gibt aber auch zu: Der Wettbewerb wird härter. Nicht nur von „Betten Gebers“ wird immer mal wieder behauptet, dass die Schließung bevorsteht. Auch das Kleidungsgeschäft „Olymp & Hades“ wird immer wieder als Kandidat genannt. Auch hier hat niemand vor, die Türen zu schließen. „Unser Mietvertrag läuft noch“, stellt Geschäftsführer Andreas Braatz klar. Erst Ende 2019 läuft der Vertrag aus. Wie und ob es dann weitergeht – dazu sei noch keine Entscheidung gefallen. Ralf Wieber von der ISG Alleestraße sieht die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Es gebe durchaus positive Signale. Erst vergangene Woche hat er im ehemaligen „Modehaus Vogel“ Bewegung gesehen. Seinen Infos nach soll dort ein internationales Lebensmittelgeschäft entstehen. Auch die Ansiedlung von Deiters an der Alleestraße sieht er als gutes Omen.