Remscheid: Für die EMA fehlt eine Sporthalle

Schulpolitik in Remscheid : Für die EMA fehlt eine Sporthalle

Der Schulausschuss beschließt den Neubau eines Sporthallenkomplexes an der Albert-Einstein-Gesamtschule.

Die Formel, mit der Gutachter Dr. Detlef Garbe den Bedarf an Sporthallen für alle Schulformen in Remscheid berechnete, lautet: Zehn Klassen brauchen eine Einheit an Sporthalle, um drei Stunden Unterricht in der Woche zu gewährleisten. Nach dieser Maxime hat sich Garbe alle Hallen angeschaut und aufgrund der Schülerzahlen den Bedarf hochgerechnet. Ergebnis: Remscheid verfügt über eine intakte Landschaft an Sporthallen (der bauliche Zustand wurde nicht berücksichtigt).

Auch wenn nicht jede Schule eine Halle vor der Tür habe, kann aber über Fremdnutzung der Bedarf gedeckt werden. Die Grundschulen seien ausreichend mit Flächen versorgt. Bis auf die Innenstadt und Lennep (wo rechnerisch eine einfache Halle fehlt) sind alle Schulformen gut versorgt.

Im Schulausschuss stellte Garbe nun die Ergebnisse vor und erläuterte ein paar Abweichungen von der Regel. So fehle rechnerisch an der Sophie-Scholl-Gesamtschule eine Halleneinheit. Diese könne durch Belegung von Stunden in benachbarten Sporthallen aufgefangen werden. Doch in der Praxis geschieht das nicht. Grund: Der Schule fehlt es an der ausreichenden Zahl an Sportlehrern. Mit den Planungen für eine neue Sporthalle der Albert-Einstein-Gesamtschule an der Brüderstraße werde der Bedarf für die 1200 Gesamtschüler gedeckt. Dort sollen eine Dreifachsporthalle, eine Einfachsporthalle und zwei Gymnastikräume entstehen. Auch Schüler der Alexander von Humboldt-Realschule und des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums könnten dort Sportunterricht haben. Um aber den rechnerischen Bedarf für den Sportunterricht des EMA-Gymnasiums zu decken, fehlt in der Innenstadt eine Dreifachsporthalle.

Für die Stadt gehört es zu den Pflichtaufgaben, genügend Platz für den Sportunterricht in den Schulen zu schaffen. Das Gutachten dient also als Grundlage zur Diskussion. Jutta Velte, Sprecherin der Grünen im Schulausschuss, kommentierte die Ergebnisse des Gutachters mit den Worten: „Wir müssen nun überlegen, was wir mit der EMA machen.“ Doch bevor der Neubau einer Dreifachsporthalle in der Innenstadt in den politischen Gremien beraten wird, muss die Stadt zunächst eine Summe von etwa 20 Millionen Euro für das neue Sportzentrum an der Brüderstraße stemmen.

Anna Wagner von der Beraterfirma PSP Consult stellte den Schulpolitikern ihr Gutachten vor. Sie kommt zu dem Schluss, dass ein Neubau des Komplexes für die Stadt wirtschaftlicher sei als eine Renovierung. Zudem plädierte sie für die Vergabe an einen Teilunternehmer. Das würde Ersparnisse von etwa 3,5 Millionen Euro ergeben. Mit dem einstimmigen Beschluss des Ausschusses für den Neubau haben der Kämmerer und der Schuldezernent den Auftrag erhalten, bei der Bezirksregierung Fördergelder zu besorgen. Thomas Judt vom Gebäudemanagement verwies darauf, dass sich mit dem Neubau zugleich der Schulhof vergrößern würde und neue Parkplätze entstehen. Das käme auch dem Veranstaltungsbetrieb der neuen Aula zugute.

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