Remscheid: Freibadstart bei Herbst-Temperaturen

Interview mit Martin Sternkopf : Freibadstart bei Herbst-Temperaturen

Alles ist vorbereitet: Im Eschbachtal erwartet die Gäste am Freitag ein auf 20 Grad gewärmtes Schwimmbecken.

Herr Sternkopf, für Freitagmorgen sagt der Wetterbericht sieben Grad und Wolken voraus. Wird das Freibad trotzdem an diesem Tag in die Saison starten?

Sternkopf Wir werden auf jeden Fall starten, eventuell dann mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Wir schauen jeden Tag in die Wetter-App. Bleibt es bei diesen Temperaturen, werden nicht viele Leute kommen, außer dem harten Kern der Freibadfans.

Kennt das Freibad auch das Phänomen der Frühschwimmer?

Sternkopf Ja, wir haben ein Stammpublikum, das kommt wirklich jeden Tag. Im vergangenen Jahr, als das Wetter so schön war, war diese Gruppe noch größer.

Wie warm wird das Wasser im Becken am Freitag sein?

Sternkopf 20 Grad, wir heizen das Wasser mit der Solaranlage, die auf dem Dach des Umkleidetrakts steht.

Wie viele Leute braucht die Stadt, um an einem normalen Tag den Freibadbetrieb zu gewährleisten?

Sternkopf Wir haben drei festangestellte Mitarbeiter, die im Schichtdienst arbeiten. Dazu kommen die Rettungsschwimmer, die wir abhängig von der Besucheranzahl einsetzen. Wenn 1500 Leute im Freibad sind, braucht man bei der Größe der Fläche fünf Rettungsschwimmer im Bad. Dazu kommt das Kassenpersonal und Mitarbeiter, die das Gelände reinigen. Es ist schon sehr personalintensiv.

Und der Arbeitstag ist nicht vorbei, wenn das Bad die Tore schließt.

Sternkopf Die Zeiten für die Vor- und Nachbereitung sind lang, das hat auch mit der alten Technik im Freibad zu tun. Das Spülen der Filter dauert zwei bis drei Stunden. Wenn es richtig voll wird, die Leute eingecremt ins Wasser springen, dann muss das auch zweimal am Tag gemacht werden. Nicht nur am Vormittag vor der Öffnung, sondern auch am Abend, wenn die Gäste gegangen sind. Und natürlich muss am Tagesende das Außengelände gereinigt werden.

Der letzte Sommer war lang und heiß. Konnte man daraus Lehren ziehen?

Sternkopf Ja, die gibt es. Zum einen verteilt sich der Besucherstrom mehr, wenn das Wetter über einen langen Zeitraum sommerlich ist. Wir hatten an diesen Tagen regelmäßig 1000 bis 1500 Gäste. Das ist für die Personalplanung einfacher. Wenn der Wetterbericht nur zwei gute Tage vorhersagt, wird es an diesen Tagen richtig voll, dann sind teilweise 2500 bis 3000 Leute da. Zum anderen müssen wir bei lang anhaltenden Schönwetter-Perioden Pausen einplanen, um das Wasser aufzubereiten. Das ist eine Frage der Hygiene. Darum haben wir im vergangenen Jahr einmal für 20 Stunden das Bad geschlossen.

Dass die Technik schon etwas älter ist, ist bekannt. Hält sie einen weiteren Super-Sommer durch?

Sternkopf Die Technik wird halten, auch noch die kommenden Jahre. Die Technik stammt allerdings aus den 1960er-Jahren, braucht daher viel Liebe zum Detail und ist in der Nutzung zeitaufwendiger. In anderen Bädern wird zum Filter spülen nur auf einen Knopf gedrückt. Zum Glück haben wir Personal, das damit umzugehen weiß.

Wie sieht es mit der Erreichbarkeit des Freibads aus?

Sternkopf Die Parksituation gefällt mir nicht so gut, das ist aber schon lange so. Die Anbindung mit dem Bus ist sehr gut, da können wir uns nicht beklagen.

Das Bad erfüllt eine wichtige soziale Funktion in der Stadt für Familien, die über kein großes Einkommen verfügen. Bleiben die Eintrittspreise stabil?

Sternkopf Die Preise bleiben stabil. Im Freibad Eschbachtal kann man für kleines Geld einen schönen Tag verbringen.

In diesem Jahr gibt es kein Eschtival. Ist die Freibad-Saison nun zum Ende hin offen?

Sternkopf Offiziell soll die Saison Anfang September enden. Wir sind aber flexibel. Sollten wir Ende August sehen, dass das Wetter noch 14 Tage schön bleibt, dann halten wir das Bad länger auf.

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