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Remscheid: Freibad Eschbachtal wird Ende 2022 umgebaut

Freibad Eschbachtal in Remscheid : Letzte Saison vor dem großen Umbau

Im Eschbachtal soll Ende 2022 der Komplett-Umbau beginnen. Die ursprünglichen Pläne wurden nach dem Hochwasser im Juli noch einmal überarbeitet.

Im kommenden Sommer werden die Besucher ein letztes Mal in Deutschlands ältestem Binnenfreibad planschen können. Eigentlich sollten bereits Ende dieses Jahres die aufwendigen Umbaumaßnahmen des Geländes beginnen, doch Corona und die unerwartete Flutkatastrophe Mitte Juli stellten die Verantwortlichen unvermittelt vor neue Herausforderungen.

Mit dem vollgelaufenen Freibad in der Flutnacht musste die Badesaison bereits am 14. Juli vorzeitig beendet werden, „und mit unseren Architekten mussten wir dann noch mal eine Ehrenrunde zum Thema Hochwasserschutz drehen“, berichtet Martin Sternkopf, Fachdienstleiter Sport und Freizeit und zuständig für das Freibad Eschbachtal. Zu Jahresbeginn hatten sich Fachdienst und Verwaltung auf die Suche nach passenden Architekten gemacht und mit dem Architekturbüro Krieger und Partner aus Velbert gleich die „Platzhirsche Deutschlands in Sachen Freibadbau“ verpflichten können, erzählt Sternkopf. Im Mai waren die Pläne für den Umbau fertiggestellt. Der gefasste Zeitplan, Baustart Ende 2021, Wiedereröffnung im Sommer 2023, war eigentlich festgezurrt. Doch mit der Flut und den entstandenen Schäden machten sich die Architekten erneut an die Arbeit, um mit der Erneuerung des Freibads auch den bisherigen Hochwasserschutz zu überarbeiten.

 Das Freibad-Team mit Marc Ottenströer, Stefan Grote, Karin Ittermann und Dennis Halbach (von links).
Das Freibad-Team mit Marc Ottenströer, Stefan Grote, Karin Ittermann und Dennis Halbach (von links). Foto: jürgen Moll/Jürgen Moll
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Vorgesehen ist jetzt neben dem Neubau des Hauptgebäudes und der Sanierung der Becken durch das Einsetzen neuer Stahlbecken sowie einer Runderneuerung der Technik, nun auch die Renaturierung des Eschbachs samt einer kleinen Bacherlebniswelt, die im Notfall als Retentionsfläche das überschüssige Wasser durch Starkregen auffangen soll. „Experten haben uns gesagt, dass das eine historische Chance ist, den Eschbach zu renaturieren“, betont Sternkopf.

Der verrohrte Eschbach, der aktuell unter dem Freibad durchfließt, wird dafür am Gelände an der Böschung vorbeigeführt, so dass dort, wo aktuell der Spielplatz steht, der Bach vorbeifließt und für die Besucher nutzbar gemacht wird. Diese Renaturierung wird durch das Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ mit 2,2 Millionen Euro gefördert. Zusätzlich erhält die Stadt Fördermittel vom Bund in Höhe von 2,6 Millionen Euro für die Sanierung kommunaler Sportstätten. Weitere Fördergelder sollen durch die Fördermittelbeauftragte der Stadt, Jutta Velte, sowie der Fördervereinsvorsitzenden des Freibads, Stefan Grote, gesammelt werden. In seiner Funktion als Ratsmitglied und Mitglied im Wupperverband hat Grote in diesem Gremium beispielsweise sein Anliegen schon platziert.

Als Fördervereinsvorsitzender ist er froh, dass trotz eines herausfordernden Jahres durch Pandemie und Flut, das Eschtival-Konzert, das coronabedingt schon einmal von 2020 auf 2021 verschoben werden musste, in diesem Jahr nach der Flut und dank des Einsatzes des Freibad-Teams stattfinden konnte – wenn auch in einem wesentlich kleineren Rahmen als gedacht. „Corona kehrte leider wieder zurück, aber glücklicherweise haben alle Künstler auf 50 Prozent ihrer Gage verzichtet, so dass wir das Konzert zwar mit weniger Besuchern, aber ohne finanzielle Verluste für den Förderverein stattfinden lassen konnten.“ Auch das Hundeschwimmen sei wieder einmal ein voller Erfolg gewesen.

In der kommenden Badesaison zeigt sich Grote glücklich darüber, dass die beliebte Schiffsparade, die in diesem Jahr der Pandemie zum Opfer fiel, im kommenden Jahr ein letztes Mal vor historischer Kulisse stattfinden kann. Geplant ist das Spektakel, zu dem Modellschiffbauer aus ganz Deutschland und Teilen Europas anreisen, für das erste Septemberwochenende 2022. Es wird wohl die letzte Veranstaltung vor dem Freibad-Umbau sein. Die Baumaßnahme soll, sofern sie an einem Stück vollzogen werden kann, 18 bis 20 Monate dauern. Die geplante Wiedereröffnung im neuen Gewand ist für die Badesaison 2024 geplant.