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Remscheid: Förderkette soll den Knoten in Neuenkamp lösen

Ansichtssache in Remscheid : Förderkette soll den Knoten in Neuenkamp lösen

Mit Förderanträgen für Sportstätten hat die Seestadt auf dem Berge zuletzt wenig Glück gehabt. Nun werden gleich zwei auf einmal gestellt. Es geht dabei um den Sportplatz Neuenkamp.

Auch wenn man schon länger über Kommunalpolitik berichtet, lernt man doch immer noch dazu. Am Freitag etwa haben wir die neue Vokabel „Förderkette“ kennengelernt. Gemeint ist eine Abfolge von insgesamt drei Förderanträgen – zum Teil mit größerem finanziellen Umfang –, die allesamt erfolgreich sein müssen, damit das Großprojekt Neuenkamp so gelingen kann, dass alle Beteiligten zufrieden sind.

Die große Runde aus Rat, Sportvereinen und Verwaltung, die dafür zusammengerufen wurde, ließ auf einen echten Durchbruch beim lange und kontrovers diskutierten Thema schließen. Tatsächlich wurde zunächst aber nur ein sehr ambitionierter Plan präsentiert, der noch jede Menge Hürden nehmen muss und auch Risiken birgt.

Dass Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) ihn dennoch in dieser frühen Phase mit so großem Bahnhof präsentierte, zeigt, dass der Wunsch nach positiven Botschaften im Rathaus so kurz vor der Kommunalwahl gerade besonders groß ist.

Die Botschaft in diesem Fall lautet: Wir mühen uns, alle glücklich zu machen. Das gilt für die betroffenen Vereine ebenso wie für die Ratsparteien, deren zuvor durchaus konträre Positionen zum Ankauf und zur Umwandlung des Sportplatzes Neuenkamp in einen Kunstrasenplatz in dieser komplexen Konstruktion alle irgendwie berücksichtigt werden.

Solche Komplettlösungen sind teuer. Hier soll die Rechnung vor allem auf den Deckel des Landes gehen. Als Haupt-Hoffnungsträger für die Beschaffung der Fördermillionen wurde der CDU-Landtagsabgeordnete Jens Nettekoven ausgeguckt. Er ist sportpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion. Sven Wolf (SPD), auch im Landtag, soll mithelfen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Die intensiven Bemühungen, den beiden Traditionsvereinen zu helfen, sind aller Ehren wert. Die Fallhöhe bei der nun präsentierten Lösungsidee ist allerdings sehr groß. Die Freunde des Freibads Eschbachtal haben in den vergangenen Jahren mehrfach erleben dürfen, was in Düsseldorf oder Berlin mit groß dimensionierten Förderanträgen aus Remscheid passiert. Der Frust über die Absagen wirkt noch nach. Möglich, dass es nur für eines der beiden Projekte Geld gibt. Oder für beide, aber in der Summe zu wenig. Ein Thema mit Fallstricken.