Remscheid: Fit für den neuen Job

Projekt im Bergischen Land : Fit für den neuen Job

Die Berater im Jobcenter kümmern sich nicht nur um eine neue Arbeitsstelle für ihre Kunden, sondern auch um deren Gesundheit.

Faszientraining gegen Verspannungen, Gesunde Bewegung im Alltag, Iss dich gesund, Ausgewogen im Alltag – das Angebot könnte aus dem Fitness-Programm eines modernen Unternehmens für seine Mitarbeiter stammen. Die Zielgruppe der 3. Gesundheitsmesse „vorbeikommen und ausprobieren“ ist allerdings eine andere. Bei der Veranstaltung am Donnerstag, 8. August, im Berufsinformations-Zentrum (BiZ) an der Hünefeldstraße 10a in Wuppertal geht es um Gesundheitsförderung für Arbeitslose.

Seit drei Jahren kooperiert die auch für Remscheid zuständige Arbeitsagentur Solingen-Wuppertal mit den gesetzlichen Krankenkassen in einem bundesweiten Modellprojekt. Die Idee dahinter ist so einfach wie naheliegend. Nicht nur Arbeit kann krankmachen, sondern auch Arbeitslosigkeit. Finanzielle Sorgen und Zukunftsängste setzen Menschen seelisch wie körperlich oft sehr zu. Der Weg zurück in den Job wird erschwert. Hier will man gegensteuern.

Die Aufgeschlossenheit der Kunden für das Angebot wächst, sagt Sarah Connerth, die bei der Arbeitsagentur als Teamleiterin für die Verzahnung von Arbeit und Gesundheitsförderung zuständig ist. Am Anfang stehe gleichwohl oft erst mal Skepsis. Was bedeutet es für meine Situation als Arbeitssuchender, wenn ich an einer Rückenschule teilnehme? Hat das Konsequenzen? Auch sind viele Menschen überrascht, mit diesem Thema bei der Arbeitsagentur konfrontiert zu werden.

Rund 130 Angebote im Städtedreieck kann die Agentur machen. Es sind keine Kurse nur speziell für Jobsuchende, sondern ganz normale Programme. Die Anmeldung wird so geregelt, dass es keine Stigmatisierung geben kann. Für die Kosten kommen die Kassen auf. So wie sie es auch bei Menschen tun, die einen Job haben.

Neben der Kostenübernahme für Präventionskurse hat die Agentur drei spezielle Angebote eingerichtet. Von den drei Sprechstunden zu den Themen Seelische Gesundheit, Ernährung und Gesundheit ist die erstgenannte das mit Abstand am meisten genutzte Angebot. 1267 Beratungen gab es im vergangenen Jahr in diesem Segment. Die einmal im Jahr stattfindenden Gesundheitsmessen sollen Werbung auch für die anderen Aspekte der Gesundheitsvorsorge machen. So lernen die Teilnehmer etwa in Ernährungskursen auch viel über den Umgang mit Allergien oder Lebensmittel-Unverträglichkeiten, sagt Sarah Connerth.

Dass die Messen abwechselnd in Wuppertal und Solingen, nicht aber in Remscheid stattfinden, liegt daran, dass hier der Platz fehlt, weil es kein Berufsinformationszentrum gibt. Von den beiden verbliebenen Standorten im Städtedreieck hat sich Wuppertal als der beliebtere herausgestellt. „Die Remscheider fahren lieber nach Wuppertal“, sagt Sarah Connerth. Mit der Resonanz auf das Projekt ist man bei der Arbeitsagentur sehr zufrieden. Die Laufzeit wurde bis 2022 verlängert.

Mehr von RP ONLINE