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Remscheid: Fehlende Computer – rasche Lösung ist unwahrscheinlich

Schulen in Remscheid : Fehlende Computer – rasche Lösung ist unwahrscheinlich

Die Schließung der Schulen wegen des Corona-Virus hat eine Schwachstelle im Schulsystem aufgezeigt. Digitaler Unterricht für alle Schüler ist nicht möglich, weil nicht jedes Kind das dafür nötige Gerät zu Hause hat.

Alle Fraktionen im Rat drängen nun auf Hilfsprogramme. Bis zum Start des neuen Schuljahrs im August jene Schüler mit einem Tablet-Computer oder Laptop auszustatten, diese vor allem von der SPD formulierte Forderung wird wohl nicht umzusetzen sein. Das wurde am Mittwochabend im Schulausschuss deutlich.

Zwar gibt es die grundsätzliche Ansage, dass Bund und Land Geld bereitstellen wollen. Wie der Leiter des Schulverwaltungsamtes, Arndt Liesenfeld, berichtete, liegen vom Land bislang aber noch keine klaren Aussagen darüber vor, wie das im Detail geregelt werden soll. Immerhin ist eine grobe Linie aus den Mitteilungen der Ministerien erkennbar. Demnach soll bedürftigen Kindern ein Leihgerät zur Verfügung gestellt werden. Eine Prüfung der Bedürftigkeit ist nicht vorgesehen.

Liesenfeld hat die im Raum stehende Summe von 175 Millionen Euro unter der Voraussetzung runtergerechnet, dass 500 Euro pro Gerät ausgegeben werden sollen. Dann wäre die Hilfe für 350.000 Kinder in NRW möglich. Liesenfeld würde es begrüßen, wenn die Schulen zusammen mit den Trägern des offenen Ganztags die Empfänger ermitteln. Sie würden die Kinder und deren Lebenssituation am besten kennen. Zwar hat das Schulamt parallel einen Fragebogen zum Thema entwickelt. Doch der Rücklauf ist noch nicht sehr aussagekräftig. Bald stehen die Sommerferien an.

Bevor der Schulbetrieb nach einer kurzen Phase des Re-Starts wieder endet, trifft sich in der kommenden Woche eine Arbeitsgruppe aus Politik, Verwaltung und Schule, um Details zu klären. Etwa zum Betriebssystem. Sollen nun Windows- oder Apple-Geräte angeschafft werden? Wie läuft der Verleih ab? Und wo werden die Leihgeräte gelagert?

Grundsätzlich freut sich Liesenfeld, dass Corona „dem Thema Digitalisierung einen ordentlichen Schub gibt“, sagte er unserer Redaktion. Es gehe nun darum, diesen Prozess strukturiert anzugehen. Denn es ist ja nicht so, als ob die Stadt bei der Digitalisierung bislang nichts unternommen hat. Der bestehende Medienentwicklungsplan werde aber durch die aktuellen Entwicklungen „auf den Kopf gestellt“, sagt Liesenfeld. Darum sei es realistischer, davon auszugehen, dass erst im Herbst ein schlüssiges Konzept für die Versorgung der Schüler mit Leihgeräten vorliegen wird.