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Remscheid: Experten informieren über Brustkrebs

Sana-Klinikum in Remscheid : Experten informieren über Brustkrebs

Beim Patientinnentag im Sana-Klinikum erhielten betroffene Frauen am Samstag Informationen und Tipps. Wir fassen zusammen, welche Therapiemöglichkeiten es bei Brustkrebs gibt.

Etwa 70.000 Frauen erkranken in Deutschland pro Jahr an Brustkrebs. Und das ist keine Frage des Alters: Manche Frauen haben bei Ausbruch der Krankheit das 35. Lebensjahr noch nicht erreicht. Der Durchschnitt liegt jedoch bei etwa 64 Jahren. Das Sana-Klinikum richtete am Samstag unter der Leitung der Chefärztin der Frauenheilkunde, Kathrin Eikholt, einen Patientinnentag aus. Das Forum Ovale war mit rund 40 interessierten Personen gut gefüllt. Im Folgenden geben wir Hinweise der Experten weiter, welche Therapiemöglichkeiten es bei Brustkrebs gibt.

Welche Therapien gibt es bei einem Mammakarzinom, also einem Brusttumor? Zum einen kann das Karzinom operativ entfernt werden. Außerdem gibt es die endokrine Therapie auf Hormonbasis, erklärt Dr. Silvia Kirsten. Hier muss berücksichtigt werden: Befindet sich die Betroffene vor oder nach der Menopause? Zudem werden Chemotherapie, Antikörper und Bestrahlung besprochen.

Wie entstehen Metastasen in den Knochen? Durch Tumorzellen, die in den Blutkreislauf gelangen und sich in den Knochen ablagern, entstehen Metastasen. Das kann zur Abnahme von Knochendichte und zu Brüchen führen. Zudem kommen oftmals noch Alter und Bewegungsmangel hinzu, sowie der Wegfall von Hormonen durch die Wechseljahre. Durch die Krebstherapie kann es zusätzlich noch zum Verlust von Knochendichte und -struktur kommen, sagt Dr. Kirsten.

Wie ist die Behandlung bei Knochenmetastasen und Osteoporose? Dabei wird eine Osteoporose-Basistherapie mit hochdosiertem Vitamin D, kalziumreicher und ausgewogener Ernährung, Sport und Bewegung durchgeführt. Durch Bisphosphonate wird das knochenmetastasefreie Überleben und das Gesamtüberleben verlängert. Dies trifft bei Patientinnen nach den Wechseljahren zu, während bei Frauen vor den Wechseljahren die Funktion des Eierstocks dabei unterdrückt werden muss.

Was passiert mit der Psyche bei der Diagnose Brustkrebs? „Erhält man die Diagnose Brustkrebs, erlebt man viele negative Momente, man ist erschüttert, man denkt an Siechtum, an geringe Überlebenschancen und verliert die Lebensfreude“, erklärt Diplom-Psychologin Tanja Trawny. Nach der OP, der Strahlen- und Chemotherapie fragten sich viele Frauen, wie es weitergeht. „Sie haben Angst vor der Angst.“ Man müsse versuchen, aus diesem negativen Kreislauf herauszukommen. „Die Lebensfreude ist eine Urkraft, die von innen kommt“, sagt die Psychologin. Ihr Tipp: die Augen schließen und sich an schöne Dinge erinnern. Hierdurch würden positive Akzente im Alltag gesetzt.

Wie kann Osteopathie unterstützen? Biologe Thomas Helmchen erklärte: Bei der Osteopathie werden Bewegungseinschränkungen aufgespürt, die nicht immer da sind, wo die Schmerzen auftreten. Dies könne auch durch die Faszien – feine, zähe bindegewebige Häute – weitergeleitet werden. Bewegungseinschränkungen könnten allerdings auch durch Vernarbungen und Verklebungen nach Operationen entstehen, erklärt Helmchen. Diese Funktionsstörungen werden bei der Osteopathie behandelt.

Man beschäftige sich nicht nur mit dem zentralen Nervensystem, es würden auch Bewegungen des Schädelknochens und der Gehirnflüssigkeit kontrolliert. „Auch innere Organe bewegen sich bei jedem Atemzug“, erklärt der Biologe weiter: „So kann es sein, dass Rückenschmerzen entstehen, die aber an der reduzierten Nierenbewegung liegen.“

Diese Probleme würden mit der manuellen Therapie durch Einsatz der Hände behandelt. Alle vier bis sechs Wochen sei solch eine Therapie sinnvoll, um ein neues Gleichgewicht bei der Patientin herzustellen.