Remscheid: Erster Stresstest für Stadion-Kreuzung

Baustelle in Lennep : Erster Stresstest für Stadion-Kreuzung

Die neue Verkehrsführung funktioniert, ist aber gewöhnungsbedürftig. Es soll bald noch eine separate Spur für Rechtsabbieger nach Rade geben. Fußgänger stellte die Baustelle und ihre Folgen am Montag vor so manches Rätsel.

Die neue Verkehrsführung an der DOC-Kreuzung Ringstraße / Rader Straße hat am Montag ihren ersten Stresstest überstanden. Am Morgen im Berufsverkehr sei es zwischenzeitlich „kritisch“ gewesen, räumte Gunter Breidbach, bei den TBR zuständig für die Koordinierung des Millionen-Projektes, ein. Die Autofahrer mussten sich erst mit der neuen Verkehrsführung anfreunden.

Positiver Effekt: Die im Baustellenbereich gültigen Tempo 30 wurden nicht so oft überschritten, weil die Fahrzeugführer vorsichtig fuhren. Negative Folge: Weniger Autos als möglich passierten in einer Grünphase den Kreuzungsbereich, dem seit Montag einer der vier Arme fehlt: Der Abschnitt der Rader Straße vom Kirmesplatz bis zur Gabelung Wupperstraße / Mühlenstraße ist gesperrt und sah aus wie ein großer Festplatz. Das ändert sich, wenn die Bagger anrücken. Hier entsteht Platz für zusätzliche Fahrspuren unter anderem für das DOC-Parkhaus.

Ändern wird sich bald auch die Situation für den aus Remscheid kommenden Verkehr, kündigt Breidbach an. Nach dem Rückbau einer Verkehrsinsel in Höhe des Stadions wird es für die Rechtsabbieger nach Radevormwald eine separate Spur geben. So kann der Verkehr besser abfließen. Eine Delegation aus Vertretern von Stadt, Baufirma, Ordnungsamt, Feuerwehr und Stadtwerken schaute sich am frühen Vormittag die neue Kreuzung im Detail an. Geprüft wurde unter anderem, ob die Vorrangschaltung für die Feuerwehr funktioniert.

Harald Pauli von den Stadtwerken zeigte sich zufrieden mit dem Funktionieren des Busverkehrs. An der Ringstraße sind gleich gegenüberliegend die Ersatzhaltestellen für die wegfallenden Ein- und Ausstiege an der Wupperstraße eingerichtet worden. Eine Querungshilfe erleichtert den Buskunden das Überqueren der Straße. Mit Briefen waren 400 Anlieger der Baustelle vorab über die damit einhergehenden Änderungen informiert worden, sagt Breidbach. Unter der im Brief angegebenen Telefonnummer konnte sein Kollege Gerald Hein schon so manche Bürgerfrage beantworten.

An anderen von der Großbaustelle betroffenen Abschnitten fiel den Fußgängern die Orientierung schwerer. Mehrfach endeten gewohnte Wege vor Absperrungen (etwa an der Röntgenstraße). Laufwege haben sich zum Teil erheblich geändert, es wurde viel geflucht in Lennep, das nach dem Gewitterregen am Morgen und dem dann folgenden Sonnenschein Saunaqualitäten entwickelte. Mancher Anwohner schob einfach die Absperrungen beiseite und ging quer über die Baustelle.

Einen Vorgeschmack auf aufgebrachte Fußgänger gab es bereits am Sonntag bei der Einrichtung der Baustelle, als ein alkoholisierter Passant sich mit Mitarbeitern der Firma GVB anlegte, die für den Verkehrsfluss verantwortlich ist. Am Ende musste die Polizei eingreifen. Die drückte am Montag im Baustellen-Verkehr noch ein Auge zu, wie Breidbach berichtete. Ab Dienstag aber müssen Autofahrer, die etwa den Rückstau an der Ringstraße mit einem unerlaubten Linksabbiege-Manöver in die Straße Am Stadion umgehen wollen, mit Konsequenzen rechnen. Sie ist nur den Rechtsabbiegern vorbehalten, die von der Kreuzung in Richtung Trecknase / Innenstadt bergauf fahren.

◁ Jede Menge freie Fläche im Bereich Wupperstraße / Mühlenstraße. ▷ Frühe Umleitungs-Empfehlung an der Schwelmer Straße. Foto: Röser, Henning
Foto: Röser, Henning
▷ An der Ringstraße liegt in der Nähe der Funbox die Ersatzhaltestelle für die Stadtwerke-Busse. Foto: Röser, Henning

Ein ausgeruhter Blick auf die zahlreichen neuen Ausschilderungen, die der Kreuzungsumbau mit sich bringt, lohnt. Auch an der Schwelmer Straße, wo versucht wird, den Verkehr schon frühzeitig am Krisenherd vorbei zu lotsen. Oder an der Ecke Am Stadion / Wupperstraße, wo das Stoppschild abgeklebt wurde und das Linksabbiegen aktuell möglich ist.

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