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Remscheid: Erfolgreichste Sportler 2019 bei "Matinee des Sport" ausgezeichnet

Matinee des Sports : Sportler zeigen Vielfalt und Teamgeist

Die Nominierten zeigen, welche Bandbreite der Sport in Remscheid zu bieten hat – und dass Handicaps kein Hindernis sind.

„Gar nichts ist schief gelaufen, ich habe Silber geholt. Und da bin ich sehr stolz drauf“, sagt Amelie Klug auf die Frage von Moderator Guido Radtke, warum es für die Leichtathletin bei den Deutschen U18-Meisterschaften nicht für Gold gereicht hat. Tosender Applaus im Publikum für die starke Ansage, mit der Amelie Klug dem Weltfrauentag alle Ehre macht.

Sie steht auf der Bühne des Teo-Otto-Theaters in Remscheid, wo am Sonntag die Sportler des Jahres ausgezeichnet werden. Die Leichtathletin ist eine von fünf Nachwuchssportlern, die in der Kategorie „Jugendsportler des Jahres“ nominiert sind. Und offensichtlich haben die Remscheider der Mittelstreckenläuferin ihre Stärke hoch angerechnet: Sie erhält von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz die Urkunde, die sie als Siegerin des Quintetts auszeichnet.

Die Matinee des Sports in Remscheid 2020

Volle Frauenpower auch in der Kategorie „Sportlerin des Jahres“: Unter den fünf Nominierten ist Sportkeglerin Maike Killadt, die in der vergangenen Woche beim Titelrennen in der Damen-Bundesliga mit 891 Holz Tagesbeste war – nachdem sie keine sieben Wochen vorher ihre Tocher zur Welt gebracht hatte. Ausgezeichnet wird schließlich Hockey-Weltmeisterin Ulrike Kirchhoff vom Reinshagener TB, die auch schon bei der diesjährigen Sport-Gala in ihrer Heimatstadt Solingen nominiert war.

Um fünf weitere Sportarten ergänzen die fünf nominierten „Sportler des Jahres“ die sportliche Vielfalt in Remscheid: Beachhandball, Tennis, Sportschießen, Badminton – und Paratriathlon. „Wenn er antritt, scheint der Rollstuhl Flügel zu bekommen“, kündigt der Regionalchef der Bergischen Morgenpost Volker Schatz an, der schließlich die Auszeichnung erhält. „Mein größter Traum war es, einmal bei einem Triathlon anzutreten“, erzählt Schatz auf der Bühne. Diesen Traum hat er sich trotz seiner Beine, die ihn nicht mehr tragen, erfüllt – und er ist geschwommen, Fahrrad gefahren und im Rennrollstuhl gejoggt. „Ein bisschen Verrücktheit gehört dazu“, sagt er. Auch wenn das für ihn der letzte Paratriathlon gewesen sei – für den Berlin-Marathon hat er sich bereits angemeldet.

Bei der Ehrung in der Kategorie „Mannschaft des Jahres“ war die Bühne mit den Mitgliedern der fünf nominierten Teams voll. Über die meisten Stimmen freuen sich die Judoka des Remscheider TV. Mit sechs Aufstiegen in sieben Jahren haben sie sich schon einen Namen gemacht, so dass die Konkurrenz in der Zweiten Liga sie mit Respekt erwartet. „Wir hatten immer mal wieder das Gefühl, dass der Judo-Sport in Remscheid nicht angenommen wird, aber anscheinend ist doch das Gegenteil der Fall“, sagt Teammanager Rene Endres, der daraufhin gleich zum Heimwettkampf am 13. Juni einlud – Freibier für die Besucher inklusive.

Die Vielfalt im Remscheider Sport schlägt sich auch in der Präsenz einiger Sportler mit Handicap nieder. Etwa Badminton-Spieler Andreas Zimmermann, der erfolgreich bei den deutschen Trans Dia-Sport-Meisterschaften teilnahm. Hier treten Sportler an, die eine Transplantation hinter sich haben, in seinem Fall sind es die Stammzellen. Oder Schwimmerin Anna Krzyzaniak, die ganz offen mit ihrer fehlenden Hand umgeht und jeden Morgen um viertel nach fünf im Hallenbad trainiert – bevor es in die Schule geht.

Die sportliche Betätigung der insgesamt 14 nominierten Einzelsportler und fünf Mannschaften beschränkt sich am Sonntag ausnahmsweise auf den Gang zur Bühne. Anders als bei den Tanzgruppen, die zwischen den Ehrungen ihr Können zeigen. Und auch hier ist die Palette an Altersgruppen und Tanzstilen groß: Die beiden Gruppen der Lenneper TG tanzen Hip Hop auf Chris Brown und den Soundtrack des Musicals „Greatest Showman“. Ein gekonntes Programm liefern auch die Tänzerinnen von Studio B ab. Dann muss auch das Publikum ran, als die fünf Rollstuhl-Tanzpaare von „Tanzen inklusiv“  die Zuschauer zum Mitmachen auffordern. Ein Highlight kommt zum Schluss: „Back to Extraordinary“ treten bei der Sport-Matinee zum ersten Mal auf großer Bühne auf. Dafür haben sie sich etwas Besonderes einfallen lassen: Bevor sie loslegen, werden Statements von jedem einzelnen der zehn Tänzer eingespielt, in denen sie ihre Leidenschaft zum Tanzen beschreiben. Kreativität, Selbstfindung, Freiheit sind Wörter, die dabei fallen. Aber eins sticht besonders hervor: der Zusammehalt der Crew.

Dieser Teamgeist zieht sich durch die gesamte Matinee, worauf auch Mast-Weisz stolz ist: „Unsere Stadt zeigt, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Glaubens miteinander Sport machen können – das ist etwas Besonderes in Remscheid und ein lebendiger Teil unserer Demokratie.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das war die „Matinee des Sports“ 2020 in Remscheid