Remscheid: Eltern stehen vor Problem

Betreuung in Remscheid : Eltern stehen vor Problem

Manche Eltern haben im Sommer ein Problem: Das Kindergartenjahr endet am 31. Juli, die Grundschule beginnt für die neuen i-Dötzchen aber erst Ende August. Einige wissen nicht, wie sie ihre Kinder angemessen betreuen sollen.

Das Kindergartenjahr endet am 31. Juli, die Grundschule beginnt für die neuen i-Dötzchen an den Remscheider Schulen allerdings erst Ende August. Für einige Eltern, gerade für Alleinerziehende, werden diese Wochen zum Problem: Wie sollen sie ihre Kinder angemessen betreuen?

Sozialdezernent Thomas Neuhaus kennt das Problem. Der Knackpunkt: „Die Betreuungszeit in der Kita kann im Einzelfall nicht verlängert werden – wir dürfen es rein rechtlich nicht.“ Man liege ohnehin mit 130 Plätzen schon zehn Prozent über dem Soll. Und das empfänden viele Erzieher oftmals als belastend. Und: „Auch Kinder benötigen mal Urlaub“, sagt Christine Robra, Gruppenleiterin in der Kita Hackenberg. Maurien Heinz, Leiterin der Elterninitiative Ahörnchen: „Viele Eltern aus unserer Einrichtung unterstützen sich in dieser Zeit gegenseitig, oft können auch die Großeltern oder andere Verwandte einspringen bei der Kinderbetreuung.“ Manchmal komme es vor, dass Eltern ihre Ferienzeiten aufteilen. „Oder sie fragen in der OGS an, ob die Möglichkeit der Betreuung besteht.“

Das hat auch eine Remscheider Mutter getan, deren Kinder ab dem ersten Ferientag in der GGS Reinshagen im offenen Ganztag betreut werden. Der Remscheider Schwimmverein hat dort die Trägerschaft über die OGS übernommen. Kinder können zwischen 7.30 und 16 Uhr gemeinsam spielen, lernen, Sport treiben und zu Mittag essen. 125 Plätze gibt es in Reinshagen. „Das läuft super dort“, erzählt die Mutter, die als Ärztin arbeitet und lieber nicht namentlich genannt werden möchte. Allerdings benötige sie für ihre Tochter und ihren Sohn auch keinen Vollzeitplatz. Diese seien nämlich stark nachgefragt. Und das ist nicht nur in Reinshagen der Fall. Weil immer mehr Eltern berufstätig sind, weil die Geburtenzahlen steigen und damit auch der Bedarf an Kindergartenplätzen zunimmt, erhöht sich auch der Bedarf an offener Ganztagsbetreuung. Es gebe mittlerweile sogar Wartelisten an bestimmten Standorten, sagt Matthias Spaan, stellvertretender Geschäftsführer der „Verlässlichen“. Die „Verlässliche“ ist OGS-Träger an 15 Schulen. An vielen Standorten im Stadtgebiet reiche die Platzkapazität jedoch nicht aus, berichtet Spaan: „Es ist dringend erforderlich, dass hier weiter ausgebaut wird.“

Das hat auch die Stadt erkannt. Die OGS-Quote in Remscheid liegt laut Dezernent Neuhaus mit 61 Prozent seit Jahren an der Spitze von NRW. „Der weitere Ausbau ist derzeit jedoch limitiert durch die Ausschöpfung der bestehenden Raumkapazitäten und das vom Rat beschlossene Budget“, erklärt Neuhaus. Die räumlichen Bedarfe, also das Schaffen weiterer OGS-Räume und die Nutzung von Klassenräumen, seien in der Schulentwicklungsplanung des aktuellen Jahres betrachtet und in Jugendhilfe- sowie Schulausschuss vorgestellt worden. „An dem Umsetzungsprozess arbeiten wir gerade“, betont der Dezernent – was auch Matthias Spaan sehr begrüßt. Die Arbeit in der Kinderbetreuung sei einfach zu wichtig. Um den OGS-Ausbau voranzutreiben, müsse eine Entscheidung vonseiten der Politik her, sagt Spaan.

Grundsätzlich sind die Remscheider OGS dazu verpflichtet, in drei Wochen der Sommerferien ein Betreuungsangebot zu unterbreiten, erklärt Olaf Bärwaldt vom Fachdienst Schule und Bildung. Dies könne sowohl in der ersten als auch in der zweiten Ferienhälfte erfolgen.

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