Anpassung an den Klimawandel Neuer Schulhof an Innenstadt-Gesamtschule entsteht in Rekordzeit

Remscheid · Mit Geldern aus dem Klimafond des Landes NRW werden Hitzeinseln an drei Schulen reduziert. Der Zeitrahmen für die Umsetzung ist eng gefasst.

 Auf einem großen Teil des Schulhofs wurde der Asphalt schon abgetragen.

Auf einem großen Teil des Schulhofs wurde der Asphalt schon abgetragen.

Foto: Röser, Henning/Henning Röser

Ihre Pausen verbringen die Schüler der fünften und sechsten Klassen der Albert-Einstein-Gesamtschule seit vergangener Woche auf dem Schulhof der größeren Mitschüler im Hauptgebäude an der Brüderstraße. Erwachsene begleiten die Kinder auf dem kurzen Weg hin und zurück.

Der Grund für diese bewegte Pause ist ein erfreulicher. Der Schulhof hinter dem zweiten Gebäude der weiterführenden Schule an der Julius-Spriestersbach-Straße wird gerade entsiegelt. Ein grüner Schulhof mit drei großen Bäumen in der Mitte wird hier entstehen, die den Kindern im Sommer Schatten spenden. Eine große Spielfläche darunter kann künftig für Ballspiele oder auch den Schulsport genutzt werden, berichtet Götz Eickelberg von den Technischen Betrieben. Finanziert wird das Projekt zum großen Teil aus einem Topf des Landes für die „Anpassung an den Klimawandel“.

Bagger haben schon einen Teil der teerhaltigen Asphaltfläche herausgerissen, die 1959 dort eingebaut wurde. In großen Lastwagen wird der Boden zu einer Deponie gefahren, wo er als Sondermüll entsorgt wird. Insgesamt 1800 Tonnen wird die Remscheider Firma AKM Landschaft und Garten, die die Ausschreibung gewonnen hat, in den nächsten Tagen abtransportieren. Alleine 100.000 Euro kostet die Entsorgung.

Der neue Untergrund, so berichtet Eickelberg, wird Sickermöglichkeiten für das Wasser bieten. Die drei großen Bäume werden über Regenwasser, das von den beiden Gebäudedächern über Rohre zum Schulhof geführt und dort in unterirdischen Auffangbecken gesammelt wird, bewässert.

Parallel werden auch die Schulhöfe an der Adolf-Clarenbach-Grundschule in Lüttringhauen und an der Katholischen Grundschule Franziskus in Lennep entsiegelt und den klimatischen Bedingungen besser angepasst, berichtet Axel Raue, Leiter der Technischen Betriebe. Knapp 1,4 Millionen Euro gibt das Land für die drei Schulhöfe. Und fordert im Gegenzug dafür eine rasche Umsetzung der Klima-Projekte durch die Stadt. Bis Ende Februar, so berichtet Raue, müssen die Arbeiten beendet sein. Alle Beteiligten sind optimistisch, den straffen Zeitplan einhalten zu können. Möglichst wenig Schnee und Frost wären dabei hilfreich.

Ziel der Stadt Remscheid ist es, weitere Gelder zu beantragen, um in Zukunft auch andere Schulhöfe umgestalten zu können, kündigte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) bei einem Ortstermin an. Gerade in der dicht bebauten Innenstadt, wo der Weg zur nächsten Grünfläche oder dem nächsten Spielplatz oft weit sei, wolle man „so viel wie möglich entsiegeln“.

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