Remscheid: Ein Röntgen-Koffer für die Schulen

Bildung in Remscheid: Ein Röntgen-Koffer für die Schulen

Das Röntgen-Museum hat Gelder für seine naturwissenschaftlichen Bildungsprojekte bekommen.

Für Dr. Uwe Busch, Direktor des Deutschen Röntgen-Museums, gab es in diesen Tagen eine vorweihnachtliche Bescherung. Förderbescheide in Höhe von mehr als 300.000 Euro trudelten bei ihm ein. Der Landschaftsverband Rheinland (140.000 Euro), die Stiftung NRW (140.000 Euro) und die Bezirksregierung (37.000 Euro) überweisen Geld für Projekte, die schon einen kleinen Vorgeschmack geben auf das Röntgen-Jahr 2020. Der 175. Geburtstag des Entdeckers der X-Strahlen wird gefeiert, die er vor 125 Jahren entdeckt hat.

Schon lange Zeit hat Busch immer wieder gefordert, eine wissenschaftliche Stelle für das RöLab einrichten zu können. Die Fachkraft hat die Aufgabe, Schüler und Lehrer bei ihren Versuchen im Labor zu unterstützen, Workshops zu leiten und pädagogische Konzepte zu entwickeln. „Wir haben für das RöLab keine Werbung gemacht, weil uns die Kapazität fehlt, um die Nachfrage zu befriedigen“, sagt Uwe Busch. Künftig werden also mehr Schüler im Röntgen-Museum experimentieren. Bisher gab es in erster Linie eine Kooperation mit dem Röntgen-Gymnasium. Die Stelle ist auf zwei Jahre begrenzt.

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Mit dem Geld kann Busch eine weitere Idee umsetzen: das Röntgen-Mobil. Entwickelt wird ein Experimentier-Koffer, der von Schule zu Schule wandern kann. Mit diesem Angebot erreicht das Museum auch die jüngeren Jahrgänge, für die das RöLab noch zu anspruchsvoll ist. Es versteht sich als eine spielerische Einführung in die Physik der Röntgenstrahlen. Die Schüler sollen später in der Lage sein, folgende Fragen zu beantworten: Wie erzeugen wir ein Vakuum? Wie wirken Magnetkräfte? Und natürlich: Wie erzeugen wir Röntgenstrahlen?

Im Keller des Röntgen-Museums lagert ein großer Teil des Nachlasses des Nobelpreisträgers. Ein anderer Teil in Würzburg. Dazu gehören zum Beispiel eine Brille, eine Briefsammlung von 2000 Exemplaren und mehr als 2500 Fotoplatten. In diesem Archiv kennt sich nur Busch aus. Aber für andere Wissenschaftler ist es unzugänglich, weil es unsortiert ist. Die Dokumente sollen nun digital aufbereitet werden, so dass Wissenschaftler später dort über Röntgen forschen können. Diese Archivarbeit wird unterstützt vom bergischen Geschichtsverein, der die bergischen Archive digital zugänglich machen will. Am 27. März 2019 soll die untere Etage von Röntgens Geburtshaus erstmals nach der Renovierung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Das komplette Haus öffnet im Jubiläumsjahr“, sagt Busch. Die Deutsche Röntgengesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, das 1785 errichtete bergische Schiefergebäude, Am Gänsemarkt 1, zu einer Begegnungsstätte für Wissenschaftler aus aller Welt werden zu lassen. Weltweit wurden dafür Spenden gesammelt. Mit dem Erwerb des Geburtshauses für einen Euro von der Stadt wurde ein Weg gefunden, das Gebäude zu einem gemeinsamen Erbe der Naturwissenschaften und der Medizin zu gestalten und somit das Andenken Röntgens in seiner Heimatstadt zu fördern.

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